Demonstration gegen Braunkohleabbau

NRW: Klima-Aktivisten zertrampeln Felder

Klima-Aktivisten der Aktion „Ende Gelände“ haben am Wochenende in Rhein-Kreis Neuss (NRW) gegen den Braunkohleabbau protestiert und dabei mehrere Äcker zertrampelt.

Landwirte aus dem Kreis Neuss (NRW) beklagen sich über zertrampelte Felder. Rund 500 Klimaaktivisten von „Ende Gelände“ sind am Wochenende über die Felder spaziert und haben dabei erheblichen Schaden angerichtet. Die Initiative "Ende Gelände" setzt sich für den sofortigen Kohleausstieg und Klimaschutz ein.

Zu den betroffenen Landwirten zählt auch Willi Kremer-Schillings alias „Bauer Willi“ aus Rommerskirchen. Auf Twitter und seinem Blog machte er seinem Ärger Luft. "Nachdem sie beim Vorbeimarsch nach Neurath rund um unseren Hof Müll hinterlassen haben, dann über ein abgeerntetes Petersilienfeld gewandert sind, haben sie sich dabei gefilmt, wie sie mitten durch ein großes Möhrenfeld latschen. Unfassbar!"

Mit diesem unsinnigen Verhalten würden Lebensmittel zerstört und damit die Arbeit der Landwirte missachtet. "Das schmerzt mehr als der finanzielle Schaden. Auch Kommentare wie „ihr Bauern bekommt doch die Subventionen vorne und hinten reingeschoben, nun regt euch doch nicht auf“ oder auch „jammere doch nicht rum, schicke mir Deine Kontonummer“ bekräftigen dieses Unverständnis von Teilen der Bevölkerung."

Klöckner: Respektloser Umgang mit Lebensmitteln

Bundesagrarministerin Julia Klöckner kritisiert die Ignoranz so genannter Umweltaktivisten gegenüber dem Eigentum von Bauernfamilien: „Wer achtlos über Gemüsefelder trampelt, Ernte und damit Eigentum zerstört, der geht respektlos mit Lebensmitteln um, und der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem bei seinem Kampf für das Klima. In Lebensmitteln stecken wertvolle Ressourcen, sie einfach zu zerstören und damit auch einen Teil der Grundlage von Bauern, das ist elitäres, ignorantes Verhalten. So kann sich nur jemand benehmen, der keine ordentliche Kinderstube hat und die ehrliche, harte Arbeit von Bauern nicht kennt – aber sonst sofort eine Meinung dazu hat.“

Auch die Polizei schaltete sich ein und gab den betroffenen Landwirten den Rat, Strafanzeige zu stellen.

„Ende Gelände“: Entschädigungen für Landwirte

Am Montag bezog auch „Ende Gelände“ dazu Stellung: „Unser Protest richtet sich gegen die klimaschädliche Braunkohle, nicht aber gegen Anwohner*innen, Bauern und Bäuerinnen oder Beschäftigte von RWE! Daher werden wir uns bemühen, alle Schäden an Ackerflächen, die durch Aktivist*innen von Ende Gelände entstehen, angemessen zu entschädigen.“

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