Bauernprotest

Österreich: Über 3000 Bauern protestieren vor Spar-Märkten

Rund 3.300 Landwirte aus Österreich mit 1.500 Traktoren verliehen heute vor den Auslieferungslagern bzw. -märkten von der Supermarktkette Spar ihrer Forderung nach höheren Erzeugerpreisen Nachdruck.

Am Mittwochmorgen fanden in Österreich vor vielen Spar-Märkten Protestsaktionen statt. Der Hintergrund: Spar hatte in der Vorwoche höhere Einstandspreise für die bäuerlichen Produzenten und Genossenschaften verweigert. Zur Demonstration aufgerufen hatter der österreichische Bauernbund.

"Wir stehen heute vor den Spar-Zentralen, weil sich diese Handelskette trotz unserer Bemühungen im Vorfeld dem Vernehmen nach bei den Verhandlungen im Milchsektor gegen die Bauernfamilien entschieden hat und sich gleichzeitig mehr Dankbarkeit erwartet, wie uns in Tageszeitungen am Wochenende ausgerichtet wurde", sagte Bauernbund-Präsident Strasser vor den rund 800 anwesenden Bäuerinnen und Bauern in St. Pölten. "Das ist unehrlich und unfair, vor allem dann, wenn man im selben Atemzug einen Konzerngewinn von 352 Mio. Euro allein in einem Jahr präsentiert. Die Proteste sind somit ein Signal gegen die unsägliche Preispolitik."

Weiters erklärte Strasser, dass Spar im Jahr 2019 eine Marge von 3,32 % gehabt hätte. "Bei den Molkereien betrug diese im letzten Jahr dagegen mit 0,35 % gerade mal ein Zehntel davon. Das kann doch nicht sein, da läuft etwas schief", meinte der Bauernbund-Chef.

Drei Forderungen des Bauernbundes

In St. Pölten übergaben Bauernbundpräsident Strasser und NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek ein Forderungspapier an Spar-Geschäftsführer Alois Huber. Darin geht es um den Stopp der 'chronischen Aktionitis', denn die "Rabattschlachten bei Lebensmitteln gehen auf Kosten unserer Bauern", so Strasser.

Übergabe

Am Ende übergaben Strasser und Nemecek dem Spargeschäftsführer Alois Huber das Forderungspapier. (Bildquelle: Altmann)

Weiter fordert der Bauernbund einen Österreichbonus auf heimische Lebensmittel. Damit solle der österreichischen Vorreiterrolle beim Umwelt- und Tierschutz mehr Wertschätzung entgegengebracht werden. Und drittens "muss Schluss sein mit Österreich-Fähnchen auf ausländischen Lebensmitteln", erklärte der Bauernbund-Präsident. Man brauche eine praxistaugliche Umsetzung der Durchführungsverordnung für Primärzutaten.

Weitere Informationen zu den Protesten in Österreich bekommen sie bei unseren Kollegen von top agrar Österreich.

Die Redaktion empfiehlt

Demonstrationen

Anhaltende Bauernproteste in Spanien

vor von Christina Lenfers

In Spanien nehmen die Proteste der Bauern kein Ende. Auch nach sechs Wochen demonstrieren die Landwirte weiter.

Land schafft Verbindung

Bundesweite LsV-Demo im März

vor von Christina Lenfers

Anfang März soll es für die deutschen Landwirte wieder auf die Straße gehen. Die bisherigen Proteste hätten für Verständnis, aber noch nicht für Ergebnisse gesorgt.


Diskussionen zum Artikel

von Gerd Uken

Spanien

https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/spanien-regierung-verspricht-bauern-kostendeckende-preise-565453

von Kurt Brauchle

Marge

3,3%? Ich meine das ich mal von~37% in Deutschland gelesen habe. Bei einem von beiden stimmt wohl das Komma nicht.

von Leon Blitgen

Die Bauern müssen Europaweit auf die Strasse! Sonst wird das nigs! Sie müssen in die Medien! Alleine ereichen wir kein Gehör!

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen