Streitgespräch

Paetow: "Die Forderungen einiger Bauern nach Dürrehilfe waren unglücklich" Premium

Zu einem Streitgespräch zum Thema Wasserverbrauch, Wasserverschmutzung und Kostenerstattung trafen sich DLG-Präsident Hubertus Paetow und Umweltschützer Benjamin Adrion auf Einladung der ZEIT. Paetow bezeichnete die Rufe nach Dürrehilfe einiger Bauern dabei als "unglücklich".

Sind die Bauern schuld, dass es zu wenig sauberes Wasser gibt?, fragt DIE ZEIT in ihrer Donnerstagsausgabe den Aktivisten Benjamin Adrion und DLG-Präsident Hubertus Paetow.

Adrion vom Verein Viva con Agua de Sankt Pauli führt an, dass die Landwirtschaft weltweit 70 % des Wassers verbrauche. „Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist problematisch“, sagt er. Paetow kontert, dass die deutschen Bauern nur 14 % verbrauchen würden. Und das im Wesentlichen für die Tierhaltung, nicht zur Bewässerung von Ackerflächen. Adrion hält dagegen, dass Deutschland aber Lebensmittel aus Ländern importiere, die viel bewässern.

„Ja, das nennt man virtuelles Wasser“, bestätigt der Bauernvertreter. Für Paetow gibt es aber eine Vielzahl hocheffizienter Länder, die mit minimalem Wassereinsatz auskommen, wie z.B. Israel. Als Negativbeispiel nannte er die USA. Der DLG-Präsident würde es daher unterstützen, wenn der Verbraucher schon im Laden erkennt, wieviel virtuelles Wasser in einem Lebensmittel steckt. „Das kann ziemlich viel sein, auch beim Rindfleisch.“

Das bestätigt der ehemalige Fußballprofi. Adrion spricht von 15.000 Litern Wasser pro Kilo Rindfleisch und dass die Menschen jedes Jahr 60 Mrd. Nutztiere verspeisen. „Die Zahl scheint mir arg hoch gegriffen“, entgegnet Paetow....

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Diskussionen zum Artikel

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von Steven Laubenstein-Herman

Das interesante ist,

Wieviel Wasser verbraucht ein eu Bürger im Jahr??? Und das vergleichbar mit den Tieren. Das ist ein Vergleich, oder dürfen die Wasserwerke diese Zahlen nicht veröffentlichen? Alles andere ist reine Zeitverschwendung

von Gerhard Steffek

Diese Diskussion -

ist doch schon wieder sowas von zum Kotzen... Es ist schon erstaunlich mit welchen Argumenten da dieser Adrion aufwartet. Auch erstaunlich mit welcher Chuzpe er da Zahlen miteinander vermischt. 15.000 ltr. Wasser für 1 Kilo Rindfleisch und 60 Mrd. Tiere werden jedes Jahr verspeist. Was gibt das für einen Gedankengang? Da hätte Herr Paetow vehement dagegenhalten MÜSSEN. Geflügel mit Rind gleichzusetzen, geht es noch? Das ist doch schon mehr als dreist! Aber macht halt was her. Noch dazu wird der mehrfache Nutzen eines Rindes nicht gerechnet. Bis hin zum Dünger aus Hornspänen! Außerdem - was soll der Vorwurf das Deutschland soviel aus anderen Ländern importiere? Was kann der deutsche Landwirt dafür? Dann darf halt nicht soviel importiert werden! Soll er doch mal den Verbraucher dafür in die Pflicht nehmen. Dem Verbraucher den Kaffee wegnehmen, seine geliebten Erdbeeren, Tomaten, Zitronen, Orangen, die Frühkartoffeln aus Ägypten, mal sehen was der aber dann dazu sagt. Das nächste ist seine Arroganz, aber auch Ignoranz den bestehenden Strukturen gegenüber. Die Viehhaltung im Westen Niedersachsens, Münsteraner Land hat sich nicht von ungefähr dort entwickelt. Dort waren auch schon immer Zentren menschlicher Siedlungsaktivität. Sieht man ja an den Städten, bis hin zum Ruhrgebiet. Fleisch ist ein verderbliches Gut, vor Zeiten der Kühlung mußte somit das entsprechend Regional gehandelt werden. Das trockene Getreide hingegen konnte von weit her transportiert werden. Somit braucht es keinen wundern, das ausgerechnet im Westen Deutschlands, da wo die meisten Menschen wohnen auch die intensivste Landwirtschaft ist. Die Landwirtschaft ist somit auch immer ein Spiegelbild menschlicher Siedlungsaktivität. Dem Landwirt daraus einen Strick zu drehen ist schon eine ziemlich Frechheit. Abgesehen davon - warum ist ausgerechnet im Westen Deutschlands das größte Problem mit den Nitratgehalten im Wasser? Wer macht den größten Terz deswegen? Die Versorger Gelsenwasser und OOWV sind doch hier zwei der größten Wortführer, da auch zwei der größten Wasserverbraucher. Das diese um ihre Wasserqualität fürchten ist selbstverständlich, auch ihr gutes Recht. Das sie aber die Verantwortung nur anderen in die Schuhe schieben wollen ist auch nur frech. Denn wenn, wie beim OOWV, das Wasser intensivst für über 1 Mio. Menschen aus nur 16 Brunnen abgesaugt wird, dann brauche ich mich nicht wundern wenn das nicht lange gut geht. Besonders wenn ich als Oberboden tiefgründige humose Böden habe. Da kommt unweigerlich das Nitrat durch, auch ohne Landwirtschaft.

von Heinrich Esser

@Grimm

Können Sie das begründen?

von Wilhelm Grimm

Paetow ist

schwach !

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