Kellinghusen

Polizeisprecher bekundet Verständnis für Tierrechtsaktivisten

Für Empörung bei den Bauern hat am Montag der Polizeisprecher aus Itzehoe bei der Schlachthofbesetzung in Kellinghusen gesorgt. Er machte aus seiner Haltung zur Tierhaltung keinen Hehl.

Am Montag haben 26 Aktivisten den Schlachthof Thomsen in Kellinghusen (Kreis Steinburg) blockiert. Sie besetzten das Dach und ketteten sich fest. Die Polizei war mit 80 Spezialkräften im Einsatz und konnte die Protestaktion am späten Nachmittag auflösen.

Für Empörung bei den Bauern sorgte allerdings nicht nur die Aktion der Aktivisten verbunden mit einem stundenlangen Betriebsstillstand, sondern eine Aussage des Polizeisprechers aus Itzehoe im Schleswig-Holstein-Magazin des NDR.

Im Video ist er zunächst zu hören, wie er Unterstützern der Tierrechtler erklärt: „Ich bin auf Ihrer Seite, was die Tierhaltung in Deutschland angeht – absolut. Nur aus der Nummer kommen wir als Polizei jetzt erstmal nicht mehr raus."

Im anschließenden Interview sagte der Polizist dann in die Kamera: „Persönlich finde ich das Verhalten der jungen Leute sehr gut. Dass sie sich so mutig für das Tierwohl einsetzen. Die Frage stellt sich natürlich, ob das mit Straftaten einhergehen muss, aber grundsätzlich finde ich es sehr schön, dass die Tiere hier Anwälte gefunden haben.“

Diese Aussagen schlugen anschließend so große Wellen, dass sich die Polizeidirektion Itzehoe am Dienstagnachmittag zu einer Stellungnahme genötigt sah:

„Die Landespolizei unterliegt der Neutralitätspflicht. Dies bedeutet, dass Behörden und Beamte der Landespolizei dienstlich auch zu größtmöglicher Zurückhaltung bei Wertäußerungen verpflichtet sind. Dazu gehören auch Äußerungen zu anderen Aspekten, die im Kontext der Aktion vom gestrigen Tage stehen. Dass durch die gestrigen persönlichen Aussagen im Beitrag des Schleswig-Holstein-Magazin ein anderer Eindruck entstanden ist, wird ausdrücklich bedauert. Es ist aber hervorzuheben, dass Straftaten im Zusammenhang mit der gestrigen Aktion nicht gebilligt wurden und konsequente Strafverfolgungsmaßnahmen eingeleitet worden sind.“

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Schäfer

dieser Provinzsheriff

gehört entlassen

von Karlheinz Gruber

Ich glaub ich spinn.

Na das sind ja mal Ansagen. Da weiß man als Bauer doch gleich, daß man bei der nächsten Besetzung nicht die Polizei mehr rufen muß. Die Sympathisieren sonst noch direkt vor der Presse mit dem Klientel, heißen die Aktionen noch indirekt für gut und sagen damit daß wir Bauern die eigentlichen Verbrecher sind, nur das er nichts dagegen tun kann. Noch nicht... Kein Wunder das in der BRD die organisierte Kriminalität immer weiter voran geht. Und das Kiffen geduldet wird. Und die Drogen, usw. 2015 ließen die oberen viele Flüchtlinge ohne Ausweis ins Land= Gesetzesbruch von oben. jetzt sind die Polizisten auf Seiten der Tierterroristen. Dulden die dann auch noch persönliche Angriffe gegen Bauern, denn die sind ja Anwälte für Tiere....

von Ludwig Rasche

flüssiger als flüssig

Überflüssig, die Polizei ist ausführende Gewalt. Wir haben in Deutschland Gewaltenteilung. Der gute Mann hätte seinen 'Senf für sich behalten müssen. Eine Wertung steht Ihm nicht während seiner Polizeiarbeit zu. Er wird letztlich von uns Bürgern bezahlt, nicht von den NGO S. Am besten entfernt man den Beamten von seinem jetzigen Posten.

von Ludwig Rasche

flüssiger als flüssig

Überflüssig, die Polizei ist ausführende Gewalt. Wir haben in Deutschland Gewaltenteilung. Der gute Mann hätte seinen 'Senf für sich behalten müssen. Eine Wertung steht Ihm nicht während seiner Polizeiarbeit zu. Er wird letztlich von uns Bürgern bezahlt, nicht von den NGO S. Am besten entfernt man den Beamten von seinem jetzigen Posten.

von Marc Rollinger

Wegen solcher Äußerungen

Müsste er seines Amtes enthoben werden. Ein wenig Hunger in den fetten Bäuchen würde der allgemeinen Hirnaktivität und deren vorhandener Trägheit gut tun.

von Wilhelm Grimm

Ist docch kein Wunder,

dass Rechtsextremisten Oberwasser bekommen.

von Stefan Lehr

Distanzierung??

Fehlanzeige!! Die Polizeidirektion hat sich in keinster Weise eindeutig von den Aussagen ihres Polizeisprechers distanziert. Damit befuerwortet die Polizeidirektion indirekt die privaten Statements ihres Sprechers. Sowas kann sogar das berliner Politikkabarett besser. Aeusserst beschaemend was die Landespolizei dort abliefert, und das noch einen Tag nach den Demos der Landwirte. Es fehlt einfach der Respekt vor der landwirtschaftlichen Arbeit in der gesamten Gesellschaft!

von Heinrich Roettger

Untragbar für einen Polizeisprecher

Das muss Konsequenzen für ihn haben!

von Lars Henken

Sollte man sich in Polizeiwachen anketten?

Ich persönliche habe nichts gegen die Polizei und habe große Hochachtung vor den Leistungen die diese Menschen erbringen. Mich irritiert aber, dass ein Polizeisprecher sich in dieser Form öffentlich äußert. Was dieser Herr privat denkt, ist seine Sache, aber wenn er die Uniform trägt ist er nicht als Privatmann unterwegs. Ich finde die Äußerungen in dieser Form untragbar. Was mich auch irritiert ist, dass 80 Spezialkräfte der Polizei von früh morgen bis zum späten Nachmittag brauchen um, um 26 Besetzer von dem Gelände zu entfernen. Ob es auch so lange dauern würde, wenn sich 26 Tierhalter vor einer Polizeiwache anketten?

von Anton Heukamp

Unglaublich wie unverhohlen das Rechtssystem von den eigenen "Verteidigern" behandelt wird.

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