Haferdrink

Proteste in Schweden gegen Anti-Milch-Aufruf eines Unternehmens

In Schweden hat sich der Haferdrink-Anbieter Oatly mit einer neuen Marketingkampagne den Zorn sowohl von Milch- als auch Ackerbauern zugezogen.

Medienberichten zufolge wirbt der Hersteller von veganen Haferprodukten Oatly aktuell mit dem Slogan „Spola Mjölken“, was sich sinngemäß mit „Kipp´ die Milch weg“ übersetzen lässt. Das Unternehmen verweist in seiner Werbung auf die angeblichen Vorteile von Haferdrinks für den Klimaschutz. So werde beim Anbau von Hafer in Schweden nur ein Viertel der Treibhausgasemissionen freigesetzt wie bei der Kuhmilcherzeugung, so Oatly unter anderem mit Bezug auf Berechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Unternehmens Carbon Cloud.

Haferprodukt könne Milch ersetzen

Nach Darstellung des Unternehmens wäre es daher nachhaltiger, Kuhmilch durch das vegane Hafer-Pendant zu ersetzen. Oatly nimmt dabei nach Einschätzung verschiedener Medien auch Anleihen an einer schwedischen Kampagne aus den 70er und 80er Jahren, als verschiedene Organisationen unter dem Motto „Spola Kröken“ für weniger Alkoholkonsum geworben hatten. Milcherzeuger sehen sich dadurch ungerechtfertigt unter Druck gesetzt und weisen nicht zuletzt die Gleichsetzung von Milch und Alkohol zurück. Kritik kommt aber auch von den Ackerbauern, die Oatly vorwerfen, Landwirte für eine Werbekampagne als Sündenbock zu missbrauchen. Etliche Haferproduzenten wollen das Unternehmen daher jetzt boykottieren. Der Vorsitzende des Verbandes der schwedischen Getreideerzeuger, Johan Karlzén, warnte davor, die Landwirte auseinanderzudividieren und rief Oatly dazu auf, die Kampagne einzustellen. Ein Boykott wäre nach seiner Auffassung hingegen der falsche Weg, da die Firma die Angebotslücke einfach durch Haferimporte schließen würde.

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Diskussionen zum Artikel

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von Claus Mahnken

hafermilch

Hallo Top Agrar könnt ihr mal feststellen wie Halermilch hergestellt wird. Welche Zutaten,damit das Produkt geschmack bekommt.Wie hoch ist der CO2 eq Fußabdruck

von Gerhard Steffek

Perfide Methoden!!

Da sind sich die Herrschaften von Oatly anscheinend nicht zu schade, entsprechend unverfroren die Bevölkerung zu ihren Gunsten zu belügen. Denn haben sie bei ihrer Rechnung wirklich alle Faktoren berücksichtigt? Die Milchproduktion ist ja bei der Milchviehhaltung nur ein Faktor von vielen. Haben sie das Fleisch, das Leder etc. auch miteinbezogen? Ganz zu schweigen von der Verwertung des Grünlandes das nicht für Ackerbau geeignet ist. Da möchte ich ausgerechnet die Schweden sehen, wieviel Hafermilch sie produzieren könnten, stünde nur dieses Produkt zur Verfügung.

von Rudolf Rößle

Goldene Nase

Da will sich wieder eine Goldene Nase verdienen auf Kosten einer ganzen Branche.

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