Diskussionsrunde

Richenhagen zu Klöckner: „Habe den Eindruck, Sie interessieren sich nicht für die Bauern“

AGCO-Chef Martin Richenhagen hat Kanzlerin Merkel und Agrarministerin Klöckner vorgeworfen, sich nicht für die Bauern zu interessieren und das BMEL schon ans Umweltministerium abgegeben zu haben.

Martin Richenhagen, Präsident und CEO der AGCO Corporation, hat bei einer Diskussionsrunde der Passauer Neuen Presse eine Lanze für die Bauern gebrochen und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Desinteresse und mangelndes Engagement vorgeworfen.

Zunächst verdeutlichte Richenhagen aber, dass der Bauernprotest der letzten Wochen gerechtfertigt sei, weil sie angegriffen würden. Die Bauern seien Unternehmer, die mit großem Einsatz arbeiten und große persönliche Risiken eingehen, dafür aber nur „einen sehr moderaten Gewinn“ erwirtschaften, wie er sagte. Seiner Meinung nach wäre der Agrarbereich ohnehin besser im Wirtschaftsministerium untergebracht.

Weiter sagte der Konzernchef: „Wenn ein Landwirt betriebswirtschaftlich gut drauf ist und überlegt, was pro Stunde für ihn dabei rauskommt, dann ist es nämlich auch schwer der nächsten Generation zu sagen, mach das auch mal. Und das ist ein deutsches Problem: Die Deutschen sind Pessimisten und gut darin, den Zeigefinger immer auf andere zu richten. Und jetzt sind mal wieder die Bauern dran. Das kommt ja immer in so Wellen. Und ich glaube, das ist nicht fair.“

Sicherlich hätten die Bauern hier und da Fehler gemacht. Nur sie arbeiteten so hart, dass sie keine Zeit hätten, PR und Werbung zu machen, meint Richenhagen. Die Branche habe aber erkannt, dass sie sich nach außen besser darstellen müsse.

„Aber ohne die Landwirtschaft sehe Deutschland so aus, dass hier niemand leben wollen würde. Die Bauern schützen unsere Natur, die Bauern sind die Einzigen, die CO2 verbrauchen und binden können. Das kommt doch gar nicht vor.“ Und in Richtung der anwesenden Agrarministerin Klöckner sagte der AGCO-Präsident weiter: „Die Bundeskanzlerin interessiert sich nicht für Landwirtschaft und ich hoffe, dass sich die Ministerin da nicht so dran hält und sich etwas mehr engagiert. Denn die Bauern haben schon den Eindruck, Sie interessieren sich nicht so richtig für sie und haben das Ministerium schon so stillschweigend abgegeben an das Bundesumweltministerium.“

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