Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern

Schutz vor Problemwölfen offensichtlich nicht gegeben

Das Mantra, wonach „die Entnahme eines Wolfes heute schon möglich sei“, hat sich laut dem BV MV als falsch erwiesen, wenn eine kleine aber laute Minderheit eine Entnahme-Entscheidung blockieren kann, an der selbstverständlich schon im Entscheidungsprozess Naturschutzverbände beteiligt waren.

Gegen die Abschussgenehmigung des niedersächsischen Umweltministeriums für einen Wolf aus dem Rodewalder Rudel (Landkreis Nienburg) hat der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. eine einstweilige Verfügung beantragt. Nur kurze Zeit später, in der Nacht von Montag auf Dienstag, wurde im Revier von Wolfsrüde "GW 717m", der nachweislich für einen Großteil der Nutztierrisse in der Region zuständig ist, ein 200 Kilo schweres Isländer-Pony gerissen. (Mehr hier beim NDR)

Vor diesem Hintergrund fordert der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern erneut, dass der Wolf aus Anhang IV in den Anhang V der FFH-Richtlinie wandert. Das Bundesumweltministerium sei gefordert, endlich das Bundesnaturschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass eine Regulierung, so wie in anderen EU-Ländern, möglich wird.

Das ist laut dem Bauernverband nicht der erste Fall. Im vergangenen Herbst hatte die „Grüne Liga“ einen Eilantrag gegen eine genehmigte Entnahme in Sachsen beantragt. Daraufhin hatte das Landratsamt Bautzen die Erlaubnis außer Vollzug gesetzt – nun will das Amt warten, bis ein Gericht über die Abschussgenehmigung entscheidet. Dieser Prozess könnte Jahre dauern.

Das zeige, dass nach den Beispielen Sachsen und Niedersachsen auch für Mecklenburg-Vorpommern offensichtlich kein ausreichender Schutz vor Problemwölfen gegeben ist. Das Mantra, wonach „die Entnahme heute schon möglich sei“, hat sich laut dem BV als falsch erwiesen, wenn eine kleine aber laute Minderheit eine Entnahme-Entscheidung blockieren kann, an der selbstverständlich schon im Entscheidungsprozess Naturschutzverbände beteiligt waren.

Die Behörden werden handlungsunfähig gemacht und Tierhalter bleiben weiterhin dem Risiko von Problemwölfen ausgesetzt.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Chaos durch Kompetenzgerangel!

Armes Deutschland(EU), wenn es so weiter geht, wird unkontrolliert die Population derart zunehmen, dass die Gesellschaftlich gewollte Weidehaltung fast nicht mehr stattfindet! Kein Viehhalter wird bei der bedrohten Lage mehr ruhig schlafen können. Der Wolf würde auch bei völliger Entnahme hier nicht aussterben, weil es noch Gebiete genug auf der Welt gibt, wo er sich etablieren kann. Die übertriebene Fürsorge, für ein Raubtier, wird hier ein Chaos anrichten!

von Wilhelm Grimm

Wölfe kann man essen,

wenn sie auf Trichinen untersucht sind. Hunde werden doch auch gegessen. Wo ist das Problem?

von

Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit?

Ein Armutszeugnis unserer Politik und Rechtsprechung. Wie kann es sein, dass ein Raubtier stärker geschützt wird, als Nutztiere und Haustiere, die zudem meist Pflanzenfresser sind. Noch schlimmer, wenn sie wie bei einem Pferd noch Liebhaberei ist, bzw. Hobbycharakter für den Eigentümer haben? Wenn ein Wolf sich auf diese Tiere also spezialisiert hat, ist das doch ein Notstand. Dann sollte man über Nothilfe/Notwehr ihn fangen oder töten. Danach kann man den Vorgang gerne vor Gericht aufarbeiten, wenn es eine Raubtierfanvereinigung es wünscht. Warum spricht man eigentlich von „Entnahme“? Man sollte ruhig die ehrliche Begriffe verwenden.

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