Teure Sparverträge

Sparkasse kündigt treuen Sparern

Jede vierte Sparkasse in Deutschland hat in diesen Tagen langjährigen Sparern mit gutverzinsten Sparbüchern eine Auflösungsinformation geschickt.

Die Nullzinspolitik zwingt die Banken zum Handeln: Bundesweit sollen jetzt 109 Sparkassen alte, gut verzinste Sparverträge gekündigt haben. Damit habe sich mehr als jede vierte deutsche Sparkasse von ihren langjährigen Prämiensparverträgen getrennt, meldet das Verbraucherportal Biallo.de. In Bayern sollen es mehr als 40 Institute sein, in Niedersachsen 17 und in Nordrhein-Westfalen 12 Sparkassen.

Jüngstes Beispiel sei die Sparkasse Duisburg, die zum 30. Juni 11.500 der insgesamt gut 50.000 Prämiensparverträge kündigt. Gleiches gelte für die Sparkasse Krefeld, die 12.500 Sparverträge zum 30. März kündigt. Bundesweit seien mindestens 280.000 Verträge betroffen, heißt es. Die Dunkelziffer sei vermutlich noch wesentlich höher, da viele Banken die Zahlen nicht rausrücken.

Ursache ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Dadurch müssen die Sparkassen ihren Altkunden deutlich über Marktniveau liegende Zinsen und Prämien zahlen, wodurch ihnen Verluste entstehen. Die jetzt von der Kündigung betroffenen Prämiensparverträge haben oftmals nach 15 Jahren die höchste Vergütungsstufe erreicht und dürfen laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs seit Mai 2019 gekündigt werden, informiert dazu die ARD-Börse.


Diskussionen zum Artikel

von Heiko Dierks

Das haben wir der EZB zu verdanken...

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