Sturmtief Ylenia

Sturmschäden in der Land- und Forstwirtschaft sicher beseitigen

Das Sturmtief „Ylenia" hat auf Höfen und in Wäldern teils starke Schäden hinterlassen. Weitere Sturmböen sind die kommenden Tagen möglich. Wir haben zusammengefasst, was Sie jetzt beachten müssen.

Am Donnerstagnachmittag hat der Wind von Tief „Ylenia“ in vielen Regionen zwar langsam nachgelassen, die Pause dürfte jedoch nur für kurze Zeit sein: Bereits für Freitagmittag wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) das nächste Orkantief „Zeynep“ von den Britischen Inseln kommend erwartet.

Die orkanartiger Böen und Orkanböen der Windstärke 11 und 12 haben seine Spuren hinterlassen: abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, Schäden an Gebäude und Hausrat. Alle vom Sturm verursachten Schäden müssen Sie umgehend Ihrer Versicherung melden. Hilfreich ist es, Fotos oder Videos zu machen und eine Aufstellung der beschädigten Gegenstände anzufertigen. Sie sind verpflichtet, alles zu unterlassen, was weitere Schäden verursachen oder die Feststellung der Schäden erschweren könnte. Das gilt nicht bei Gefahr im Verzuge, wenn etwa ein umgestürzter Baum weggeräumt werden muss. Bei Sturm gilt die Grundregel: Der Wind muss mit Stärke 8 - das sind mindestens 61 km/h - geweht haben, sonst muss die Versicherung nicht zahlen.

Sturmschäden sicher beseitigen

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist darauf hin, dass auch und gerade in solchen Ausnahmesituationen auf die Arbeitssicherheit geachtet werden muss. Hier einige Tipps zur Schadensbegrenzung und zum sicheren Arbeiten.

Nie ungesichert auf das Dach: Selbst wenn nur ein paar Dachpfannen fehlen – Schadensbehebung erfordert immer den Schutz vor Absturz:

  • Kleine Schäden aus der Hubarbeitsbühne heraus sollten kombiniert mit einem Höhensicherungsgeschirr behoben werden
  • Größere Schäden sollten von einem anerkannten Meisterbetrieb beseitigt werden. Die Versicherung bezahlt i.dR. diese Leistung.
  • Die Schadensbeseitigung sollte dazu genutzt, die Dachhaut für die Zukunft sturmsicherer zu machen, z. B. durch den Einbau von Sturmhaken.
  • Größere Sanierungsmaßnahmen sollten nur mit vollständigen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden – z. B. Fanggerüst gegen Absturz nach außen und Auffangnetz gegen Absturz nach innen. Außerdem sollten laut SVLFG keine Laien aufs Dach. Nur Profis kennen das Risiko und könnten sich fachgerecht sichern. Bei großflächigen Dachschäden sollten Fachfirmen beauftragt werden.

Wald: Handeln nach dem Sturmschaden

Nach einem Sturmschaden müssen geworfene Bäume schnellstmöglich aus dem Wald abtransportiert werden, um weitere Waldschäden zu vermeiden. Das liegende Holz bietet Schadinsekten optimale Bedingungen, um sich massenhaft zu vermehren und gefährdet gesunde benachbarte Bäume und Bestände, so das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Insbesondere bei Fichten sind in der Vergangenheit nach Stürmen Borkenkäferschäden aufgetreten.

Sichere Aufarbeitung von Sturmholz

Bei der Aufarbeitung des geworfenen Holzes ist höchste Vorsicht geboten. Die oftmals unter Spannung stehenden Stämme bergen ein hohes Unfallrisiko. Hier sollten laut StmELF nur erfahrene Waldarbeiter eingesetzt werden. Weitere Infos lesen Sie hier.

Für Forstprofis, die sich jetzt an die Arbeit machen müssen, um die Schäden zu beheben, hat die SVLFG einige Tipps zusammengestellt:

  • Vor dem Arbeitseinsatz prüfen, ob die erforderliche Schutzausrüstung, Werkzeuge und Arbeitsgeräte einsatzfähig sind.
  • Schwierige Situationen besonnen und überlegt angehen. Manchmal hilft schon der Austausch mit einem erfahrenen Kollegen.
  • Nie unter angeschobenen Bäumen, im Verhau, unter hängenden Wipfeln oder ungesicherten Wurzeltellern arbeiten. Hier – ebenso wie beim Entzerren unter Spannung stehender Bäume im Verhau – ist mindestens die Hilfe eines Schleppers mit Seilwinde Grundvoraussetzung.
  • Vor dem Schneiden sind die Spannungsverhältnisse sorgfältig anzusprechen. Nur so kann die sicherste Vorgehensweise und die fachgerechte Schnitttechnik abgeleitet werden.
  • Die Lage von Druck- und Zugseite zweifelsfrei ermitteln. Bei extremer Spannung, besonders bei geringeren Durchmessern, ist durch stufenweises Ausräumen des Druckholzes die Spannung langsam herauszunehmen.
  • Bei seitlicher Spannung immer von der Druckseite aus arbeiten.


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