Inflation

Teures Tierfutter: Immer mehr Haustierbesitzer auf Tiertafel angewiesen

Etliche Tierhalter können die steigenden Kosten für Futter sowie Tierarztrechnungen nicht mehr bezahlen. Die Tiertafeln spüren deutlichen Zulauf und bekommen nun selbst Probleme.

Viele Bürger müssen wegen der Inflation und extremen Kostensteigerungen schon bei ihrem eigenen Essen sparen. Für teures Tierfutter wird es dann knapp. Das spüren die Tiertafeln in Niedersachsen und Bremen. Sie haben nun deutlich mehr Tiere zu versorgen, berichtet der NDR.

Für die Tafel wiederum hat die Krise zur Folge, dass weniger Spenden eingehen. Und dann ist bekanntlich auch noch die neue Gebührenverordnung der Tierärzte in Kraft getreten. Statt 8,98 € für eine einfache Katzenbehandlung müssen die Tierbesitzer nun 23,62 € zahlen.

Wie der NDR weiter meldet, hat beispielsweise die Tiertafel in Oldenburg ihre Öffnungszeiten verlängert. Viele, die ihre Tiere vorher gut versorgen konnten, benötigten nun Unterstützung, heißt es dort. Neuerdings kommen auch Ukrainer mit ihren Haustieren. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter stehe fest, dass die Futterkosten nicht über Spenden gedeckt werden könnten. Konsequenz ist, dass nur Menschen unterstützt werden, die schon vor der Krise ein Haustier hatten, nicht die Bedürftigen, die sich gerade eins neu angeschafft haben.

In Norden (Landkreis Aurich) bemerkt die Tafel, dass neuerdings Tierbesitzer kommen, die schon viele Jahre Tiere haben, aber erst jetzt die Futterhilfe in Anspruch nehmen. Auch dort gibt es schon Erfahrungsberichte von Haltern, die die Tierarztrechnung nicht mehr bezahlen können und es jetzt auch nicht mehr tun. Es wird erwartet, dass viele Betroffene ihre kranken Haustiere nicht mehr behandeln lassen.

Normal stellt sich auf NDR-Nachfrage dagegen die Lage bei der Tiertafel in Uelzen dar: Sie kann derzeit weiterhin Tierarztrechnungen unter 100 € übernehmen. Bei höheren Beträgen werde ein Rückzahlungsvertrag abgeschlossen. Berechtigt seien Hartz-IV-Empfänger, Rentner sowie Menschen mit Grundsicherung. Anders als andere Tafeln haben die Uelzener „gute Kontakte“ und würden mit Spenden bedacht, heißt es.

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