5. Zukunftsforum Milch

Tierhalter sollten ihre Kommunikation verbessern

Neben dem Thema Milchmarkt ging es beim vergangenen Hochwald-Zukunftsforum auch um die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte. Alle Redner sehen da deutlichen Verbesserungsbedarf...

Veränderungen in den Ansprüchen der Verbraucher werden die Landwirtschaft künftig noch mehr unter Druck setzen. Dies sollten insbesondere die Tierhalter zum Anlass nehmen, ihre Kommunikation zu verbessern und für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu kämpfen. Das ist Ende Oktober in Ochtendung auf dem 5. Zukunftsforum Milch der Firma Hochwald deutlich geworden, wir berichteten.

Der Vorstandsvorsitzende von Hochwald, Peter Manderfeld, sprach sich für eine faire Diskussion zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft auf Augenhöhe aus. Für alle Beteiligten sei es ratsam, auch mal die Perspektiven zu wechseln, „um die Welt mit den Augen der Anderen zu sehen“.

Der Geschäftsführer der agro-kontakt GmbH, Peter Berndgen, appellierte an die Landwirte, glaubhaft Zeichen zu setzen, damit die Bevölkerung ihnen vertraue. Dafür müsse aber mehr Aufwand betrieben werden. „Wir brauchen den Bauern als vertrauenswürdigen und authentischen Botschafter“, so sein Appell. Derzeit gebe es ein zunehmendes gegenseitiges Unverständnis zwischen der Agrarwirtschaft und dem Verbraucher. Zudem sei eine junge Generation an Verbrauchern erwachsen, die ein deutlich größeres Bewusstsein für die sensiblen Themen wie Tierschutz sowie Nachhaltigkeit und die Herkunft von Lebensmitteln zeige. „Es geht mehr denn je um die Moral“, unterstrich Berndgen. Eine Stimmung gegen Landwirtschaft finde man aber nicht nur in der Stadt; „auch die ländliche Bevölkerung kippt“.

Peter Berndgen (Bildquelle: Hochwald)

Ins gleiche Horn stieß die Geschäftsführerin des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS), Dr. Bianca Lind. Sie forderte die Tierhalter auf, aktiv den Kontakt zum Verbraucher, den Medien und den Behörden zu suchen. Die Landwirtschaft habe „gute Geschichten“ zu erzählen und müsse zum Meinungsführer werden. Wichtig sei es für den Berufsstand, eine klare Haltung zu beziehen und mit einer Stimme zu sprechen. Allerdings fehlten der Landwirtschaft die Strategien, bemängelte die Geschäftsführerin. „Wir wissen doch, welche Themen auf uns zukommen; deshalb müssen wir Antworten parat haben und Position beziehen“.

Dr. Bianca Lind (Bildquelle: Hochwald)

Christian Däumler von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) betonte, dass sich gesellschaftliche Themen im Kaufverhalten der Verbraucher niederschlügen. Auch der Bereich Molkereiprodukte müsse sich mit dem „neuen Zeitgeist“ auseinandersetzen, beispielsweise einem verstärkten Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit.

Der Bonner Tierethiker Markus Melchers machte deutlich, dass der Landwirt ein Recht auf eine Rechtfertigung seiner Arbeit mit Tieren habe, fair und auf argumentativer Ebene; hier sollte man nicht nur „mit Studien wackeln“. In der Gesellschaft interessiere ein Expertenstreit nicht.

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Diskussionen zum Artikel

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von Hubert Dabbelt

Zwecklos

Schaut doch was schon alles gemacht wird, von Schulklassenbesuche, Besuche von Vereinen oder Agrarblogger. Die Medien sind doch schon (...). Bin mal gespannt was wir unsern Enkel erzählen wenn die uns fragen: warum habt ihr nichts gemacht.

Anmerkung der Redaktion

Bitte keine Begriffe aus der braunen Zeit!

von Heino Fullriede

zwecklos

Die Bevölkerung hat eine FESTE Meinung über die Bauern. Es macht für mich keinen Sinn darüber zu lamentieren !!

von Michael Behrens

Wer hat noch die CMA abgeschafft?

Die CMA war nicht perfekt, und die Zwangsabgabe äußerst umstritten. Aber seit der Liquidation hat sich das Bild von der Landwirtschaft in der Gesellschaft erheblich verschlechtert.

von Willy Toft

Wenn wir denn noch Zeit dafür haben, wollen wir gerne Aufklären!

Vorgefasste Meinungen, teilweise schon in der Schule beigebracht bekommen, können wir nicht so schnell wieder relativieren, ist aber möglich! Imagekampagnen müssen auch unsere "Verarbeiter" mit flankierenden Maßnahmen unterstützen. Da sind alle gefragt, die sich um die Produkte kümmern.

von Rudolf Rößle

Chaos

auf den Betrieben herrscht immer mehr Zeit- und Geldmangel. Eigentlich sollte es verständlich sein, dass ein mal pro Woche eine Putz- und Reperaturkolonne durch den Betrieb huscht. Dann könnte man lauter hübsche Bilder posten.

von Matthias Zahn

Wie hoch.....

ist denn das Budget bei Hochland für Imagekampagnen?

von Matthias Zahn

....und für die Bauern bleiben die Krümel....

Geschicktes Marketing der Milchindustrie! Man schickt die Bauern in den vermeintlichen Krieg mit dem Verbraucher, damit man im Hintergrund so weitermachen kann wie bisher! Wo sind denn die Imagekampagnen der Molkereiindustrie??? Fehlanzeige! Und warum? Weil ja nicht die Industrie sondern die Bauern im Fokus stehen! Auserdem ist das für die Industrie viel billiger wenn die Bauern schön marschieren! Wenn ich Imagewerbung mache dann für mich selbst! Zum Steigbügelhalter der Industrie lass ich mich nicht machen!!! Denn liebe Bauern, lasst euch nicht aufs Glatteis führen! Unser Problem ist nicht der Verbraucher sondern Handel, Politik und Ernährungsindustrie! Und egal wieviel ihr lauft, den Rahm schöpfen immer andere ab und für euch bleiben nur die Krümel!!!

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