Vorzeitiger Almabtrieb

Wolf und Bär in Tirol: Bauern bringen 2.000 Schafe in Sicherheit

Die Meldungen über Wolfsrisse in Tirol nehmen kein Ende. In Summe sind der Tiroler Behörde derzeit rund 250 von Großraubtieren gerissene Schafe bekannt. Viele Bauern haben bereits ihre Schafe von den Almen geholt.

Einmal mehr liegen DNA-Befunde für Schafsrisse in ganz Tirol vor und bestätigen den bereits geäußerten Wolfsverdacht. So wurden anhand von Rissen in Osttirol, im Tiroler Oberland und im Brixental vom Juli erneut Wölfe nachgewiesen.

Aus dem Gebiet der Flaurlinger und der Inzinger Alm, von der Stamser Alm und aus Außervillgraten wurden der Behörde in den vergangenen Tagen weitere Risse gemeldet. Die Abklärungen laufen, berichtet top agrar Österreich.

Die Bauern zogen aber bereits die Reißleine. Nach mindestens 14 gerissenen Schafen am vergangenen Wochenende wurden die verbleibenden 383 Tiere zusammengetrieben und von den Almen in Inzing und Flaurling gebracht.

Insgesamt sind der Tiroler Behörde derzeit rund 250 von Großraubtieren gerissene Schafe bekannt. Zahlreiche Schafhalter und Almbewirtschafter haben sich aufgrund der Wolfspräsenz dazu entschlossen, ihre Tiere von den Almen zurück in die Ställe zu bringen. Das Land Tirol geht nach ersten Meldungen davon aus, dass von zehn Almen mehr als 2.000 Schafe ins Tal gebracht wurden oder demnächst werden. Weitere Almen könnten folgen. Genaue Zahlen werden erst nach Ende der Almsaison vorliegen.

Vorwiegend italienische Wölfe

Aus den Ergebnissen der aktuellen genetischen Untersuchungen geht unter anderem hervor, dass der bereits in Silz und Rietz anhand von Rissen nachgewiesene Wolf aus der italienischen Population mit der Bezeichnung 118 MATK bei Rissen vom 2. Juli in Silz neuerlich nachgewiesen wurde. Diesem Wolf sind nach vorläufigen Ergebnissen rund 45 tote Schafe zuzuordnen.

In Osttirol, wo der Behörde mittlerweile Meldungen von mehr als 65 toten und zahlreichen vermissten Schafen vorliegen, wurden im Juli bei Rissen in Außervillgraten, in Prägraten sowie bei einer verletzten Ziege in Assling und einem toten Schaf jeweils ein Wolf aus der italienischen Population nachgewiesen.


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