Festnahme

Umfangreicher Betrug mit gefälschtem Olivenöl aus Italien

Die Polizei in Deutschland und Italien hat 24 Verdächtige festgenommen, die im großen Stil Sonnenblumen- und Sojaöl umgefärbt und als Olivenöl verkauft haben.

„Es ist erschreckend, wie viel Geld mit dem Betrug hochwertiger Lebensmittel zu verdienen ist. Umso wichtiger sind ein ausreichendes und gut ausgebildetes Kontrollpersonal sowie adäquat ausgestattete Untersuchungseinrichtungen, um derartige Betrügereien an den Verbrauchern aufdecken und abstellen zu können.“ Das sagte Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk am Freitag in Stuttgart.

Internationale Ermittler hatten eine kriminelle Gruppe entdeckt, die in Deutschland und Italien mit falschem Olivenöl gehandelt hatte. 24 Verdächtige seien festgenommen worden, zwei davon in Deutschland, erklärten die Staatsanwaltschaft im italienischen Foggia und die EU-Justizbehörde Eurojust. Pro Jahr hätten die Verdächtigen mehr als eine Million Liter billigen Öls gekauft, meist Soja- oder Sonnenblumenöl, um es zu verfälschen und für einen deutlich höheren Preis als natives Olivenöl Extra zu verkaufen. Der Gesamtschaden belaufe sich auf mindestens acht Millionen Euro.

So kam der Fall ans Licht

Im Jahr 2015 überprüften die unteren Lebensmittelüberwachungsbehörden Baden-Württembergs, wie auch in den Jahren zuvor, routinemäßig Tischöle aus der Gastronomie, da diese nicht selten ranzig sind. Die dabei entnommenen Proben sandten sie an das für Untersuchung von Fetten und Ölen zentral in Baden-Württemberg zuständige CVUA Stuttgart. Eine in diesem Zusammenhang erhobene Probe in einer Pizzeria wurde vom Betreiber als Olivenöl angegeben.

Eine tiefere chemische Analyse ergab aber, dass es sich dabei keinesfalls um Olivenöl, sondern nur um angefärbtes Sojaöl handelte. Der betroffene Gastwirt war sich keiner Schuld bewusst, hatte er doch die Ölspender direkt aus einem Originalkanister mit Nativem Olivenöl Extra befüllt. Die chemische Untersuchung der originalverschlossenen Ölkanister und weitere Nachforschungen, auch durch die Staatsanwaltschaft, ergaben, dass in großem Stil angefärbtes Sojaöl und Sonnenblumenöl in Fünf-Liter-Kanistern vor allem an die Gastronomie als italienisches natives Olivenöl extra verkauft worden war.

„Die Lebensmittelchemiker des CVUA Stuttgart und die unteren Lebensmittelüberwachungsbehörden haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Netzwerk der Betrüger aufgedeckt und die Verantwortlichen festgenommen werden konnten“, betonte Peter Hauk.

In den Jahren 2015 bis 2018 wurden vom CVUA Stuttgart noch sieben weitere Komplettfälschungen von Olivenölen aufgedeckt. Dabei handelte es sich um Sojaöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl, das mit Carotin und Pflanzenextrakten angefärbt und manchmal auch mit einer geringen Menge Olivenöl ‚aromatisiert‘ worden war. Verkauft wurden die gefälschten Öle in Kanistern oder in Flaschen als italienisches oder griechisches Olivenöl zum mehrfachen Preis des eigentlichen Wertes.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Heiko Dierks

Nix neues

Das weiss doch jeder das bei den mafiosis nur betrogen wird

von Wilhelm Grimm

Je höher unsere Auflagen,

desto mehr wird geschoben und betrogen, logisch. Aber unsere Politiker stehen stumm daneben und übergießen unsere Bauern mit Hohn und Spott, beklagen unseren Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln sowie unsere verwerfliche Tierhaltung. Ist doch klar, dass unsere Jugend grün wählt.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen