Studie

Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ein entscheidender Faktor

Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann verhindern, dass eine reine Klimaschutzpolitik die weltweiten Lebensmittelpreise erhöht, etwa aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Bioenergie.

Ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel ist eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Dies ist das Ergebnis einer Studie, in deren Rahmen das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik eine Strategie entwickelt haben, um ehrgeizigen Klimaschutz mit gezielten Maßnahmen für Entwicklung den Zugang zu Nahrung und Energie, globaler und nationaler Gerechtigkeit sowie ökologischer Nachhaltigkeit zu verbinden.

Demnach kann durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten verhindert werden, dass eine reine Klimaschutzpolitik die weltweiten Lebensmittelpreise erhöht, etwa aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Bioenergie.

„Eine Umstellung unserer Ernährungsgewohnheiten hin zu weniger tierischem Eiweiß, wie in der von einer Expertenkommission empfohlenen Planetary Health-Ernährung, hat weitreichende positive Effekte“, erläuterte die PIK-Wissenschaftlerin Isabelle Weindl. Die Planetary Health-Ernährung sei ernährungsphysiologisch ausgewogen, verringere vor allem die Menge an tierischen Lebensmitteln und sei damit deutlich gesünder als die durchschnittliche Ernährung in Industrieländern. Außerdem würde die Nahrungsmittelproduktion viel weniger Landfläche, Wasser und Dünger benötigen sowie weniger Treibhausgase erzeugen als bei einer Ernährung mit einem hohen Anteil an Fleisch oder Milchprodukten. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten trage also entscheidend zum Schutz des Klimas und der Ökosysteme bei, so Weindl.

Laut Studien-Ko-Autor Elmar Kriegler sollte der Klimawandel nicht als isoliertes Problem betrachtet, sondern mit einer breiten Nachhaltigkeitsstrategie verbunden werden. Ein wichtiger Eckpfeiler sei dabei die Bepreisung von Treibhausgasen.

Weitere wichtige Handlungsfelder umfassten beispielsweise Umverteilungsmaßnahmen, die Förderung gesunder und nachhaltiger Ernährung sowie die Reduzierung des Energiebedarfs. Die Studie stelle einen möglichen Weg in eine nachhaltige Zukunft vor und zeige, wie menschliches Wohlergehen mit dem Schutz des Planeten in Einklang gebracht werden könne. Es liege an Politik und Gesellschaft, diese Vision in konkreten Maßnahmen umzusetzen.


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