Insektenschutzpaket

Umweltminister beraten in Hamburg - Bauern blockieren Stadt

Die Umweltminister beraten in Hamburg über die Themen Klima- und Insektenschutz. Die Bauern nehmen dies zum Anlass, um ihren Protest mitzuteilen. Bis zu 4.000 Trecker legen den Verkehr lahm

Die Umweltminister der Länder treffen sich heute und morgen in Hamburg zur halbjährlichen Konferenz. Es geht um den Klimaschutz, den Insektenschutz und Landstrom für Schiffe. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nimmt nicht teil. Sie sei wegen kurzfristig angesetzter Termine im Bundestag verhindert, heißt es.

Gut sechs Wochen nach Vorlage des Klimapakets der Bundesregierung steht die Frage, wie die Klimaziele zur Eindämmung der Erderwärmung zu erreichen sind, im Mittelpunkt des Treffens.

Unterdessen reisen Tausende Bauern mit bis zu 4.000 Traktoren an. Sie wollen den Verkehr lahmlegen. Der Protest richtet sich insbesondere gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. Die Bauern sehen durch immer neue Vorschriften ihre Betriebe und die regionale Lebensmittelproduktion gefährdet. Als Beispiele nannte ein Sprecher das Insektenschutz-Programm und die Düngemittelverordnung. Der Bauernverband will den Umweltministern eine Resolution mit seinen Forderungen überreichen.

Gegen die Trecker kommt kein Autofahrer an - dicht ist dicht (Bildquelle: Schemmer)

Blockade in Hamburg (Bildquelle: Schemmer)

Hartelt: "Demonstrieren nicht gegen Insektenschutz!"

Eberhard Hartelt (Bildquelle: DBV)

Gemeinsam getragen wird die Kundgebung von den im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Nutzerverbänden, den Bauernverbänden aus Hamburg und mehrerer Bundesländer, mehrerer Landesschafzuchtverbände und Weidetierhalterverbände sowie Bauern der Bewegung „Land schafft Verbindung“.

Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnis Forum Natur und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, fordert, der Kooperation und Freiwilligkeit im Natur- und Umweltschutz Vorrang vor Verboten und Auflagen einzuräumen. Beim Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung sei ein Neustart erforderlich: „Wir demonstrieren nicht gegen Insekten- und Artenschutz – im Gegenteil: wir Bauern brauchen die Bestäuber, wie keine andere Branche. In seiner jetzigen Form konterkariert das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung das bereits vorhandene Engagement der Landwirte und Flächeneigentümer und ist ein enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz. In Deutschland muss zudem endlich ein aktives Wolfsmanagement auf den Weg gebracht werden, wenn die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auch in Zukunft noch auf der Weide stattfinden soll.“

Der Präsident des Bauernverbandes Hamburg, Martin Lüdeke, fordert, die ökonomischen Belange der Bauern stärker zu berücksichtigen: „Stoppen Sie endlich Ihre populistische und fachlich unsinnige Agrarpolitik! Diese vernichtet die Existenz der deutschen Bauern und raubt unseren Kindern die Zukunft.“

Bauernprotest Hamburg (Bildquelle: DBV)

Kooperation statt Verbote

In den frühen Morgenstunden kamen die ersten Trecker an und bremsten den Berufsverkehr aus (Bildquelle: Schemmer)

Der Bauernverband Schleswig-Holstein hat unterdessen seine Forderungen zusammengefasst. So würden die Bauern gelebten Natur-, Arten- und Umweltschutz praktizieren und für lebendige Kulturlandschaften sowie die Pflege stets geöffneter und zugänglicher Erholungsräume sorgen.

Die Landnutzer stellten sich den gestiegenen Anforderungen der Gesellschaft im Tier-, Natur- und Umweltschutz und nehmen ihre Verantwortung an, heißt es in dem Forderungspapier weiter. Erfolgreicher Umwelt- und Naturschutz sei aber nur möglich, wenn er im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern und Eigentümern entwickelt und praxistauglich umgesetzt wird.

Die Nutzung und Bewirtschaftung von Natur und Landschaft im ländlichen Raum müsse weiter wirtschaftlich möglich bleiben und erfordere Planungssicherheit für Landnutzer und Betriebe. Ohne eine generationenübergreifende, auf Nachhaltigkeit angelegte Bewirtschaftung, die auch eine ökonomische Perspektive für die Betriebe und die Landnutzer ermöglicht, gibt es aus Sicht des Verbandes keine Nahrungsmittel, kein Holz, keine Bioenergie aus heimischer Erzeugung. Und letztlich auch keinen Klimaschutz, keine Artenvielfalt, keinen Erholungsraum und keine Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Bauernprotest Hamburg (Bildquelle: DBV)

Die Bauern fordern daher die Umweltminister von Bund und Ländern auf…

1. der Kooperation und Freiwilligkeit Vorrang vor Verboten und Auflagen einzuräumen!

Arten- und Naturschutz kann auf Dauer nur erfolgreich in Kooperation mit den Landnutzern und Eigentümern umgesetzt werden. Maßnahmen, die auf Kooperation und Freiwilligkeit beruhen, sind wirksamer, praxistauglicher und finden größere Akzeptanz bei den Akteuren, die diese Maßnahmen umsetzen müssen. Kooperation und Freiwilligkeit müssen eindeutig Vorrang erhalten vor Verboten und regulatorischen Auflagen.

2. zur Sicherung der Weidetierhaltung ein aktives Wolfsmanagement umzusetzen!

Für eine sichere Zukunft der Weidetierhaltung in Deutschland ist ein praxisorientiertes Wolfsmanagement zwingend erforderlich. Herdenschutzmaßnahmen alleine werden ein konfliktfreies Zusammenleben der ländlichen Bevölkerung mit dem Wolf und den Erhalt unserer Kulturlandschaft sowie der Weidetierhaltung nicht sicherstellen. Die permanent steigenden Zahlen von Wolfsrissen bedrohen die wirtschaftliche Existenz von Bauern und Tierhaltern in der Weidewirtschaft und verunsichern die Menschen im ländlichen Raum zunehmend. Deshalb fordern die Landnutzer ein aktives Bestandsmanagement beim Wolf.

3. Insektenschutz nur im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern umzusetzen!

Insekten haben eine große Bedeutung für alle Landnutzer. Maßnahmen zu ihrem Schutz sollten gemeinsam mit den Landnutzern und Flächeneigentümern entwickelt werden, um die Balance zwischen Artenvielfalt, Klimaschutz und Bewirtschaftung sicherzustellen. Insektenschutz ist keine Frage des Ob, sondern des Wie.

Das Aktionsprogramm Insektenschutz muss auf Kooperation mit den Landnutzern und Eigentümern ausgerichtet werden und darf die Land- und Forstwirtschaft nicht mit weitreichenden Verboten und Auflagen überziehen.

4. Die Landnutzer und Flächeneigentümer stehen zum Gewässerschutz. Strafzahlungen aus Brüssel müssen abgewendet werden, aber die fachlichen Grundsätze präziser und ordnungsgemäßer Düngung dürfen nicht ausgehebelt werden. Die Länder sind zudem gefordert, eine präzise regionale Abgrenzung der nitratsensiblen Gebiete vorzunehmen, um die strengeren Regelungen im Düngerecht nur dort zur Anwendung zu bringen, wo tatsächlich noch Probleme bestehen und nicht pauschal in großen Gebieten. Nationale Spielräume für regional angepasste Lösungen im Düngerecht müssen stärker ausgeschöpft und die Kooperation mit der Wasserwirtschaft gestärkt werden.

5. Waldbewirtschaftung und -nutzung zur Steigerung der CO2-Senke Wald zu stärken! Der Wald ist Klimasenke Nummer eins. Die Voraussetzung hierfür ist der Erhalt einer nachhaltigen Bewirtschaftung und die Nutzung des Rohstoffes Holz. Ein Verzicht auf den Holzeinschlag würde dazu führen, dass die Speicherung von Kohlenstoff in Holzprodukten und der mit der stofflichen und energetischen Nutzung von Holz verbundene Substitutionseffekt entfallen. Die Bewirtschaftungsmöglichkeit der Wälder und die Nutzung von Holz als nachwachsender Rohstoff müssen erhalten und ausgebaut werden.

6. Klimaschutzleistungen der Land- und Forstwirtschaft zu honorieren, Klimaanpassungsmaß nahmen im ländlichen Raum zu unterstützen!

Bund und Länder sollten die Nutzungsmöglichkeiten der Wälder im Sinne des Klimaschutzes verbessern und den Humusaufbau in der Landwirtschaft fördern. Die Klimaschutzleistungen der Land- und Forstwirtschaft müssen künftig honoriert und der Land- und Forstwirtschaft auch angerechnet werden. Bund und Länder sollten zudem durch steuerliche Anreize die betriebliche Risikovorsorge mit Blick auf künftige klimabedingte Ertragsschwankungen unterstützen.

7. Schutzstatus von Natura 2000-Arten den vorhandenen Erhaltungszuständen anpassen!

Nach europäischem Naturschutzrecht unterliegen Wolf, Biber, bestimmte Gänsearten, Kormoran und weitere Arten einem strengen Schutz. Aufgrund des vorhandenen Erhaltungszustandes dieser Arten muss deren Schutzstatus dringend überprüft werden. Wolf und Biber gehören in Anhang V der FFH-Richtlinie, der Kormoran in Anhang IIa der Vogel-Richtlinie.

WWF hat konkrete Forderungen an die Umweltminister

Logo (Bildquelle: Logo)

Die Umweltschutzorganisation WWF fordert indes für Deutschlands Landwirte eine ausreichende finanzielle Unterstützung und Planungssicherheit beim Einstieg in eine klima- und umweltverträglichere Landwirtschaft.

„Klimakrise und Insektenschwund müssen landwirtschaftliche Praktiken nachhaltig verändern“, sagte Diana Pretzell vom WWF zur aktuellen landwirtschaftlichen Förderpolitik von Bund und Ländern. Der WWF kritisiert zudem die ablehnende Haltung der Bundesregierung gegenüber der Bundesratsinitiative für die Förderung von Schafen als Landschaftspfleger in Form einer Direktzahlung. Durch eine Weidetierprämie würde die Leistung von Schäfern als wichtige Akteure für den Naturschutz besser anerkannt.

Bei den Bundesländern sieht der WWF „deutlich Luft nach oben“ bei der konkreten Verteilung der Fördergelder aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): „Klima- und Umweltschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft und damit in die Zukunft des ländlichen Raums“, unterstreicht Diana Pretzell.

Von der eigentlich noch für dieses Jahr angekündigten Ackerbaustrategie der Bundesregierung erwartet der WWF, dass sie konkrete Wege aufweist, wie Landwirte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Stickstoffdünger auch jenseits des ökologischen Landbaus erheblich reduzieren und Bodenfruchtbarkeit fördern können. Nötig dafür sei eine „gezielte finanzielle Unterstützung“.

Der WWF fordert, dass die Bundesregierung mehr von den bestehenden flächengebundenen EU-Subventionen in die Förderung von Naturschutz auf dem Acker umleitet. Bis zu 15 Prozent kann Deutschland für konkreten Naturschutz aus der ersten Säule in die zweite Säule holen. Geplant sind aber derzeit nur magere sechs Prozent. „Hier fließt weiter Geld überproportional in die Kassen großer Agrarindustrien, ohne dass dafür irgendeine konkrete Gegenleistung erfolgt“, so Pretzell. 80 Prozent der Direktzahlungen gehen laut Angaben der EU-Kommission derzeit an nur 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Herr Grimm

ich mäkle nicht. Vor allem deshalb nicht weil ich selber mit dem Bulldog auf einer Veranstaltung war. ABER: und zu dem stehe ich. Die Gesellschaft steht hinter uns. ABER nur solange sie keine direkten Nachteile hat, was im Stau gleich anders ist. Und das habe ich auch vorher geschrieben. Und das ist das, was die meisten Bauern einfach nicht verstehen wollen. Es reicht einfach nicht, nur mit dem Bulldog umher zu fahren und an dem Tag "Spaß zu haben". Die Medien bringen nur wenige, kurze Statements und keine Hintergründe. Und wenn, dann versuchen sie ein schlechtes Licht auf die Veranstaltung zu werfen. Siehe BR in Bad Füssing (AFD) und München ( Frau Schneider, PNP Bad Füssinger Demo nur in begleitsätzen). Daher, und dazu stehe ich, muß dringend flankierend der Verbraucher und die Gesellschaft mitgenommen werden. Und zwar durch Aufklärung vor Ort. Durch Vorbereitungen/ Nachbereitungen ala Infostände in den betroffenen Städten. Und ja, das macht weniger Spaß als mit dem Bulldog. Nach der Demo in Bad Füssing war ich am nächsten Tag dort auf Reha. Die Leute wußten zum Teil gar nicht warum wir da waren! Das ist der fatale Fehler an den Aktionen! Nachdem Sie über die Gründe informiert waren, standen die Bombenfest hinter der LDW!!! Nur Protest alleine genügt halt nicht mehr. Der Verbraucher wurde falsch informiert von den NGOs und Regierung. Und der Verbraucher gibt die Richtung in der Politik über seine Stimme vor. Und wenn wir die Richtung nicht verändern, dann gute Nacht. Dieses Feld muß jetzt von den Bauern flankierend während der Demos mit besetzt werden. Sonst besteht die Gefahr des Rohrkrepierers. Denn viele sehen die von Ihnen beschriebene Fahrzeugschau etwas anders. Und die müssen mit überzeugt werden. Wie eine junge Dame in Passau in einem guten Interview gezeigt hat! Also nicht nur fahren--- Aufklären tut genau so not.

von Wilhelm Grimm

Herr Gruber, nicht mäkeln !

Es war eine gelungene, sehr gut organisierte Veranstaltung von vielen Agrarverbänden und von "Land schafft Verbindung". Die Hamburger haben die heutige Traktor- Technik bestaunt und auch den friedlichen, diszipinierten Auftritt der meist jungen Bauern. Weiter so und auf nach Berlin.

von Karlheinz Gruber

Und auch mal bitte überlegen

Ich bin nicht der große Freund, den Verbraucher in die Streiks durch Verkehrsbehinderungen einzubeziehen. Da verlieren wir ohne Ende. Das Verständnis hört bei denen ganz schnell auf, wenn die persönliche Freiheit eingeschränkt wird. Da wird der gemäßigte evtl. auch noch aggressiv. Besser wäre es, wie die NGOs begleitend zu den Protesten einen Tag vorher, am Tag selber und ein/ zwei Tage danach in der Stadt mit Infoständen diese Gründe der Proteste nochmals aufzuzeigen und zu erläutern. In Bad Füssing wußte am nächsten Tag keiner genau was der Grund war für die Proteste am Vortag. Nur die Aussage: die wollen wieder mehr Geld wurde genannt. Als ich dann die Leute spontan darüber Aufklärte, war die Stimmung nur noch für die Bauern. Und zwar Absolut ohne Widerspruch. Die Standen alle hinter den Protesten. Aber mit Blockaden werden wir nicht überzeugen. Wenn, dann müssen die Kräfte aufgeteilt werden. In Infostände und Teilblockaden. Anders werden wir verlieren. Und zwar gewaltig und auch an Sympathien, die eigentlich da wären.

von Karlheinz Gruber

Herr Niemann

Ich gebe nur in einem Punkt Ihnen Recht. Das die Familien niemals betroffen sein dürfen. AAABBBEER, eines muß mal mit Klargestellt werden. Diese Medien verbreiten von Ihren befürworteten und von Ihnen gutgeheißenen Verbänden die Stalleinbrüche. Das ist auch eine Verletzung der Privatsphäre. Es war also nur noch eine Frage der Zeit bis so etwas passieren wird. Für mich persönlich ist an der jeweiligen Grenze auch schluß. Aber sehen Sie sich mal die Berichte an? Heißen Sie diese und die jeweiligen Kampanien die darauf folgen für Gut? Dann sind Sie aber auch nicht besser als wie die Journalisten. Denen geht es nicht um fundierte Berichterstattung, sondern um reisserische Schlagzeilen für Auflangenerhöhung, sprich Einkommenssteigerung. Punkt. Und Frau Schneider vom BR hat sehr abfällig über ALLE LANDWIRTE gesprochen. Sehen Sie sich bitte mal die Aussagen an. Da fehlt es vom Bein weg. Aber der BR zensiert, daß ist der Hammer. Oder warum dürfen die Veranstalter der Demos nicht mitreden, sondern die ABL und Taube.... Also nur welche, die die ganze Zeit der Landwirtschaft ans Bein pi.. nein scheißen?!

von Wilhelm Grimm

Auch Hamburgs Umweltsenator hat Mist geredet.

Alle Messstellen in Hamburg haben beste Werte. Und das meiste Wasser holt Hamburg aus der Nordheide, aus Niedersachsen. Auch dort beste Werte, und das sogar aus einem "Roten Gebiet". Es wäre angemessen, sich bei Allen zu entschuldigen. Der Senator wird es mit Sicherheit tun, die Journalisten mit Sicherheit nicht.

von Wilhelm Grimm

Aber Herr Niemann, bitte fair bleiben !

Nur eine Schubkarre voll Mist gegen tägliche, meistens falche und nicht sauber recherchierte Anschuldigungen gegen an einen ganzen Berufsstand, das ist auch "Mist". Beide Seiten haben "Mist" gebaut, aber wer ist damit angefangen? Wir sind nicht länger bereit, ohne Gegenwehr in stoischem Gleichmut auf uns herumtrampeln zu lassen.

von Klaus Jensen

Wir waren da...

Und es hat uns sehr viel Spass gemacht mal mitm Trecker über die Köhlbrandbrücke zu fahren...die Aussicht ist einfach herrlich und dann die gute Luft dabei. Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen. Auch die Innenstadt...In einem ruhigen Verkehrsfluss liessen sich einige Sehenwürdigkeiten bei der Vorbeifahrt genießen....Das könnte man jederzeit wieder machen vielleicht ist dann ja auch die Svenja Schulze da, das d..... Kind mit dem keiner spielen wollte...

von Eckehard Niemann

Bitte fair bleiben!

TAZ - Jost Maurin – 14.11.2019: Bauern schüchtern Journalisten ein ---- Mit Mist vor der Haustür ----- Manche Landwirte gehen immer aggressiver gegen Medien vor. Nun belagerten sie unter anderem das Haus eines Journalisten. ----- Bauern haben einen Zeitungsjournalisten und eine Kommunalpolitikerin in Niedersachsen mit Protesten vor deren Privathäusern bedrängt. Zudem forderten Landwirte in einer Petition, eine ihnen nicht genehme Redakteurin aus der Agrar-redaktion des Bayerischen Rundfunks zu entfernen. In allen drei Fällen ging es um Äußerungen der Betroffenen zur Landwirtschaftspolitik. ----- Am vergangenen Sonntag zogen etwa 20 Bauern vor das Haus eines Redakteurs der Braunschweiger Zeitung, wie das Blatt selbst und das Internetportal Regional Braunschweig berichten. Demnach fuhren die Landwirte mit einer Schubkarre voller Mist vor. Sie hätten dem Journalisten vorgeworfen, er habe „polemisch und fachlich sehr mangelhaft“ über die Bauern geschrieben, hieß es in der Zeitung. Auf dem Fußweg vor seiner Einfahrt hätten sie Tische und Bierbänke aufgebaut. Selbst als der Journalist zum Sonntagsdienst in die Redaktion musste, blieben sie sitzen. „Die Familie des Kollegen empfindet die Lage zunehmend als bedrohlich, wie eine Belagerung“, schrieb das Blatt. ----- Eine ähnliche Aktion fand gleichzeitig vor dem Privathaus einer Kommunalpolitikerin der Grünen im Landkreis Wolfenbüttel statt, die in einer Pressemitteilung Proteste der Bauern gegen Umweltauflagen kritisiert hatte. Das berichteten Medien und der Gemeindeverband Cremlingen der Partei. ------- Chefredakteur: „Grenze überschritten“ ------ „Das Eindringen in das Privatleben eines Journalisten werden wir nicht hinnehmen“, erklärte der Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung, Armin Maus, in einem Artikel. „Hier ist eine Grenze überschritten worden, die verteidigt werden muss.“ ------- Abgesehen davon gehe der von den Bauern monierte Meinungstext des Redakteurs fair mit den Bauern um. Tatsächlich hieß es in dem Kommentar zu den Demonstrationen Tausender Bauern in mehreren Großstädten Ende Oktober: „Man kann das sehr gut verstehen, dass die Landwirte auf die Barrikaden gehen.“ Er riet ihnen aber auch: „Nicht nur klagen über Verbote und Verluste, sondern Lösungsvorschläge machen.“ Die Bauern seien nicht allein schuld an Um¬welt¬pro¬ble-men wie dem Insektensterben, der Verschmutzung des Grundwassers und dem Klimawandel, „aber unbeteiligt eben auch nicht“. ----- Auch die agrarpolitischen Sprecher von CDU, SPD, Grünen und FDP im niedersächsischen Landtag verurteilten die Aktion als „eine schwere Verletzung der Privatsphäre“: „Öffentliche Diskussionen müssen im öffentlichen Raum stattfinden.“ ----- Verantwortlich für die ungebetenen Hausbesuche war einem Flugblatt zufolge die Gruppe „3 vor 12“, die sich an den Demonstrationen beteiligt hatte. Eine Bitte der taz um Stellungnahme ließ die Gruppe unbeantwortet. ------ Petition gegen Redakteurin ------ Wie aggressiv manche Landwirte mittlerweile gegen Journalisten vorgehen, zeigt auch der Protest gegen Christine Schneider, Agrarredakteurin des Bayerischen Rundfunks. Sie gab am Abend nach den Demonstra¬tio¬nen der BR-Fernsehnachrichtensendung „Rundschau“ ein Experteninterview. Darin sagte sie nach eigenen Angaben, dass die Landwirte 5 Milliarden Euro EU-Agrarsubventionen pro Jahr bekämen und deshalb die Gesellschaft mitreden dürfe, wie sie arbeiteten. „Davor liefen zwei Beiträge, die ausführlich die Meinung der Landwirte abbildeten“, so Schneider zur taz. ------ Kurz nach dem Interview erschien auf dem Internetportal change.org die Petition „Absetzung von Christine Schneider im BR als Mitglied der Landwirtschaftsredaktion“. „Wenn nicht mehr neutral geurteilt wird, dann bitte verlassen Sie die öffentlichen Medien“, hieß es in dem Text, dem sich ungefähr 5.000 Menschen anschlossen. ------ Zwar distanzierte sich der Bayerische Bauernverband von der Petition. Er beschwerte sich aber auch über Schneider beim BR. ------ Der Informationsdirektor des Senders, Thomas Hinrichs, teilte mit, die Forderung nach Absetzung der Journalistin „ist mit der Pressefreiheit nicht vereinbar“. Kritische Diskussionen über das Programm seien wichtig. Die Forderung, „eine kritische BR-Journalistin mundtot zu machen“, gehe aber zu weit. ------ Erfolg scheinen die Bauern mit ihrer aggressiven Taktik gegen Journalisten bisher nicht zu haben. Die Braunschweiger Zeitung titelte, dass die Landwirte durch den Hausbesuch „ihren Kredit verspielen“. Der BR setzte als Reaktion auf die Kritik zwar eine Sondersendung zur Lage der Landwirtschaft an. Er lud dazu als Vertreter der Landwirte den Bauernverband und die ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft – aber nicht die Organisatoren der Demonstrationen Ende Oktober.

von Willy Toft

@Gerd, da sind doch die Bauern dran Schuld, das sein Wasser so schlecht ist!!? Gehts noch?

Eine bessere Steilvorlage zu der Überprüfung unseres Grundwassers konnte er wohl nicht bringen. Da bin mal gespannt, ob die Umweltminister sich nun mal bequemen, endlich mal die 12.000 Messstellen mal wieder zu aktivieren! So können nächsten Frühjahr nun nicht Dünger streuen, bei der Gemengelage!

von Gerd Uken

Zu den Rednern von heute

Habt ihr das gehört?: Bei der Demo in HH sprach der HH-Wirtschaftssenator zu den Bauern und beklagte sich über das Nitrathaltige Grundwasser an dem die Bauern schuld seien."Er muß das Trinkwasser von weit her aus dem Umland holen, weil das Wasser in HH sehr stark mit Nitrat belastet sei." Gibt es in HH so viele Bauern, die das Wasser mit Nitrat belasten könnten? Ich glaube, er schoß sich damit ein Eigentor, denn wenn er Wasser aus dem Umland holen muß, dann holt er es ja aus landwirtschaftlich geprägter Region. Das ist, seiner Aussage nach, weniger mit Nitrat belastet als das Grundwasser in HH. Sind also doch die Kanalisationen am Nitrat schuldig!?

von Gerd Uken

Das Agrarpaket wird in Berlin verabschiedet

Vielleicht warten sie ja bis zum 17.1.2020 damit denn dann ist Grüne Woche und man könnte gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Freitags gegen Agrarpaket und Samstag gleich auf die nächste Demo...... Wenn man also auch so viele mobilisieren kann wie heute das wäre klasse. In Berlin mit m Schlepper war ich auch noch nicht.So schnell werden die dort auch nicht klein beigeben-sieht man ja heute wendige „ nur“ ihren Flachsbart schicken könnte.

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Leider war ich heute nicht mit in Hamburg Aber ich war in Bonn und ich werde auch nach Berlin fahren Wir müssten nicht nur schlaue Kommentare schreiben wir müssen alle nach Berlin Also wir sehen uns .......... In Berlin.

von Renke Renken

Aber Frau Schulze,

machen sie da doch ruhig mal ein Faß auf, dann lassen sie vielleicht die Bauern mal eine Zeit lang in Ruhe, oder für immer, zumindest sie! Wenn sie dieses Faß aufmachen würden, da bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten, dann haben sie alsbald viel Zeit Insekten zu zählen.

von Renke Renken

Frau Schulze,

Tesla will in Brandenburg eine Produktion für E-Auto´s aufbauen, und braucht dafür angeblich 300 ha Land - bedeutet 300 ha Flächenversiegelung. Gehen sie doch mal hin und machen denen Auflagen und Vorschriften, sie wollen doch der Flächenversiegelung Einhalt gebieten, da können sie mal einen Meilenstein setzen. Aber Vorsicht, passen sie auf , daß sie dabei dem wirtschaftspolitischem Schwergewicht Altmaier nicht unter die Füße geraten.

von Renke Renken

Das ist doch einfach

feige und hinterfotzig, daß Fernbleiben mit kurzfristigen Terminen im Bundestag zu entschuldigen - da werden wohl noch ganuz andere kaliber aufgefahren werden müssen.

von Willy Toft

Schulze bringt die SPD unter die 10% im Bund, wer die Leistungsträger der Gesellschaft so ...

vorführt, muss sich nicht mehr wundern, das alles den Bach runter geht! Sprechen Sie mit und Frau Schulze, alles andere hilft Ihnen nichts die nächsten Wochen und Monate!

von Kurt Brauchle

Frau Schulze

braucht weder die Bauern noch die Umweltminister der Länder. Sie macht ihr Ding, oder wie soll man ihr fernbleiben von der UMK verstehen?

von Markus Vagts

Sorry,

3 fach sollte mein Kommentar nicht erscheinen. ( Ich wollte mit F 5 die Seite neu laden, habe aber anscheinend jedesmal den Kommentar neu gesendet)

von Markus Vagts

Bauernverbandsbashing

bringt uns ganz bestimmt nicht weiter. Im Verband mitarbeiten, mitwählen, sich Wählen lassen und etwas bewegen, so funktioniert Demokratie. Auch wenn der Verband nicht perfekt ist, ist er eine starke Institution der Bauern, die wir Bauern mitgestalten können. Wenn wir uns gegenseitig zerfleischen und jeder seinen eigenen kleinen Verband gründet haben die anderen schon gewonnen. Das ist ausdrücklich keine Kritik an den Organisatoren vom 22.10.

von Heinrich Steggemann

CO2 Speicherung zum Betriebszweig machen

Gesellschaft und Landwirtschaft sollten über einen angemessenen Preis pro Tonne dauerhaft gespeichertem CO2 verhandeln. Klimaschutz als zusätzlichen gewinnbringenden Betriebszweig. Dies würde einen Ideenwettbewerb zum Humusaufbau auslösen und internationale Forschungsergebnisse und Praktikererfahrungen würden verstärkt den Weg in die Praxis aber auch in die begleitende und politikberatende Forschung in Europa finden. Ansatzpunkt ist das bessere Verständnis für die Förderung von mehr aufbauendem pilzlichem Bodenleben. Die Erreichung eines vielfältigeren Bodenlebens hat gleichzeitig positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt, Grundwasserschutz, mehr Insektenschutz, weniger Ammoniak pro Tonne Wirtschaftsdünger, weniger Lachgas und auf längere Sicht einen Rückgang beim Pflanzenschutzmitteleinsatz und Mineraldüngereinsatz zur Folge. Und das ganze ohne eine weitere Vermehrung des motivationsraubenden Ordnungsrechtes.

von Gerhard Steffek

Die Schulze ist nicht dabei!

Logisch, wenn der Wind bläst hebt ja nicht einmal eine Schmeißfliege ab.

von Gerhard Steffek

Der WWF wieder!

Mehr Geld für die Bauern? Aha, will man sich da einschleimen. Lustig wird aber dann wieder der Verweis auf die Förderpraxis. 80 Prozent der Direktzahlungen gehen an nur 20 % der lw. Betriebe in der EU. Wenn man bedenkt, wieviele Flächen haben den schon mal der BUND, NABU und Co. und wieviel bekommen die von dieser Förderung. Denen gegenüber ist mein Betrieb nur ein Fliegenschiß... In dem Verhältnis haben sie dann sogar recht.

von Markus Vagts

Bauernverbandsbashing

bringt uns ganz bestimmt nicht weiter. Im Verband mitarbeiten, mitwählen, sich Wählen lassen und etwas bewegen, so funktioniert Demokratie. Auch wenn der Verband nicht perfekt ist, ist er eine starke Institution der Bauern, die wir Bauern mitgestalten können. Wenn wir uns gegenseitig zerfleischen und jeder seinen eigenen kleinen Verband gründet haben die anderen schon gewonnen. Das ist ausdrücklich keine Kritik an den Organisatoren vom 22.10.

von Markus Vagts

Bauernverbandsbashing

bringt uns ganz bestimmt nicht weiter. Im Verband mitarbeiten, mitwählen, sich Wählen lassen und etwas bewegen, so funktioniert Demokratie. Auch wenn der Verband nicht perfekt ist, ist er eine starke Institution der Bauern, die wir Bauern mitgestalten können. Wenn wir uns gegenseitig zerfleischen und jeder seinen eigenen kleinen Verband gründet haben die anderen schon gewonnen. Das ist ausdrücklich keine Kritik an den Organisatoren vom 22.10.

von Albert Maier

Jetzt wurde ...

...die Meldung verändert, dadurch wird mein unterstehender Kommentar hinfällig.

von Gerd Uken

@ Maier

Es ist ja auch eine vom BV beantragte Demo und was in dem Papier steht......hat Rukwied doch verkündet Au de frische.... Trotzdem ist es richtig das auch die anderen sich beteiligen und dort auffahren.. Fragt sich nur welche Route die Polizei vor gibt..ein paar Nordfriesen waren ja schon mal auf der A23 heute morgen !

von Albert Maier

Wow!

Der Bauernverband überreicht sogar eine Resolution! Zum Glück wissen die demonstrierenden Bauern nicht, was da drin steht. Sonst würden sie womöglich ihre Fahrtroute ändern...

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