Kritik

Umweltschützer berichten von weltweiter Macht des Cargill-Konzerns

Eine amerikanische Umweltschutzorgsanisation hat sich den Handelskonzern Cargill vorgenommen und Verfahren und Kritiken gegen ihn gesammelt.

Kein gutes Bild vermittelt ein aktueller Bericht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth vom weltweit agierenden US-Agrarkonzern Cargill. Dieser ist durch seine Rohstofflieferungen auch in der deutschen Lebensmittelwirtschaft vertreten.

Die Umweltschützer werfen dem Unternehmen vor, die Regenwälder zu roden, um Plantagen für Soja, Kakao oder Palmöl anzulegen. Zudem würde Cargill die Arbeiter- und Menschenrechte missachten und die Umwelt verschmutzen. Laut Spiegel Online listet der Bericht auf 50 Seiten die möglichen Verfehlungen des Unternehmens auf. Es handele sich um eine Sammlung aus eigenen Recherchen, öffentlichen Verfahren gegen Cargill und Erkenntnissen von Behörden und anderen Organisationen, heißt es.

Insbesondere in Brasilien habe der Konzern durch seine Größe und seine Stellung allein die Macht, die Regenwaldabholzung zu stoppen, so Mighty Earth. „Heute hat ein privat geführtes Unternehmen vielleicht mehr Macht, das Klima, das Wasser, die Ernährungssicherheit, die öffentliche Gesundheit und die Menschenrechte der Welt zu zerstören oder zu schützen als jedes andere Unternehmen in der Geschichte“, schreibt die Organisation.

Mighty Earth ruft daher vor allem Cargills Geschäftskunden dazu auf, auf nachhaltige Unternehmensrichtlinien zu dringen, die die Umwelt und die Menschenrechte schützen. Wenn die größten Kunden - dazu gehören McDonald's, Burger King, Aldi, Edeka, Danone, Walmart, Nestlé, Unilever, Kellogg's und die Supermarktkonzerne Tesco, Carrefour und Ahold Delhaize - es mit Nachhaltigkeit ernst meinen, so Mighty Earth, dann werden sie ihre Verbindung zu dem Agrarkonzern kappen. Allerdings dürfte es schwierig werden, sich dem Weltmarktführer in so vielen Bereichen komplett zu entziehen, zitiert Spiegel die Umweltschützer.

Cargill verweist auf Aktionspläne

Auf Nachfrage von top agrar online antwortet Cargill mit folgendem allgemeinem Statement: "In zeitgebundenen Aktionsplänen ist festgelegt, wie wir diese Verpflichtung zu abholzungsfreien Wäldern in unseren Lieferketten für Kakao, Palm und Soja erfüllen werden. In Zusammenarbeit mit globalen Nichtregierungsorganisationen und lokalen Organisationen setzen wir uns konsequent dafür ein, unsere gemeinsamen langfristigen Ziele zu erreichen, um die Menschen und den Planeten zu ernähren. Wir sind auch weiterhin bestrebt, fair und verantwortungsbewusst zu wirtschaften und die Gemeinden zu unterstützen, in denen wir leben und arbeiten. Von unserem verstärkten Engagement für Menschenrechte über die Ausbildung von 1,2 Millionen Landwirten im letzten Jahr bis zur Unterstützung der Gemeinden, in denen wir leben und arbeiten, einschließlich der Spenden für wohltätige Zwecke in Höhe von fast 60 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 in 54 Ländern verfolgen wir täglich unsere Ziele. Weitere Informationen finden Sie hier."

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Kritikpunkte finden Sie hier beim Spiegel

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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