Hessen

Vorwurf: Bauern würden Feldwege wegpflügen

Naturschützer im Raum Gießen empören sich, dass Landwirte grüne Feldgrenzen und Feldwege umpflügen und Äcker zusammenlegen. Auch das Mulchen von Wegen ist ihnen ein Dorn im Auge.

In ganz Deutschland würden seit Jahren Feldwege verschwinden, weil sie illegal zu landwirtschaftlichen Flächen umfunktioniert werden. Einige Landwirte würden mehrere nebeneinander liegende Felder zu einem großen machen, empörte sich ein Umweltschützer im Hessischen Rundfunk.

Er zeigte Beispiele aus dem Raum Gießen, wo laut Karte Feldwege existieren müssten, die in der Realität aber nicht mehr da sind. Der Arbeitskreis Feldwege des Landkreises Gießen kritisiert zusammen mit dem NABU auch, dass manche Wege zwar noch existierten, ökologisch aber nutzlos seien, wie z.B. ein grüner Fahrstreifen zwischen zwei Feldern. Es werde alles gemäht, gemulcht, sauber gehalten als wäre man in einem schönen Stadtpark oder auf einem Golfplatz, empören sich die Umweltschützer. Aber das sei nicht die Funktion einer Feldflur, wo sich Tiere aufhalten könnten. Sie betonen, dass Rebhühner und Hasen auf unbefestigten Feldwegen und Grünstreifen leben. Zudem seien sie wichtig für Insekten.

Laut HR gehören die Wege in der Regel den Kommunen, wo das Thema bekannt sei. Die Gemeinden Hungen und Buseck (Gießen) würden nun dagegen ganz gezielt vorgehen, erfuhr der Sender. Laut Feldwegesatzung sind Bußgelder bis zu 1.000 € möglich. Wenn es trotzdem immer wieder vorkomme, könne einem Pächter auch fristlos gekündigt werden, sagte ein Bürgermeister. Vorgekommen sei das aber in der Praxis noch nie. Im Amt wisse man aber, dass hier sehr unterschiedliche Interessen aufeinander treffen: die der Landwirte und die der Naturschützer. Man versuche, die Gruppen an einen Tisch zu bringen und setze auf Aufklärung. Manchmal sei es auch einfach Unwissenheit, wenn zu viel weggemäht wird und dadurch Strukturen zerstört werden.

Auch gebe es Landwirte, die ganz offiziell die Zusammenlegung von Feldern beantragen, erklärte ein anderer Bürgermeister dem Rundfunk. Früher habe man das mit Ausgleichmaßnahmen an anderer Stelle genehmigt - zum Beipiel Blühstreifen am Feldrand. Inzwischen werde auch das nicht mehr genehmigt.

Bauernverband wirbt für Verständnis

Auch im hessischen Bauernverband sind die Feldwege immer wieder Thema. Nach Auskunft von Generalsekretär Peter Voss-Fels lehnt der Bauernverband dieses Verhalten klar ab. Man kläre die Landwirte darüber auf, dass sie sich an die Grenzen ihrer eigenen oder gepachteten Grundstücke zu halten und den Naturschutz zu achten haben. Voss-Fels spricht auch von Einzelfällen und "schwarzen Schafen" wie es sie überall gebe.

Voss-Fels wirbt aber auch für Verständnis für die Interessen der Landwirte: "Wir haben in Hessen eine sehr klein parzellierte Agrarlandschaft, die in der Geschichte so entstanden ist." Die Zeiten hätten sich nun geändert. Die Bauern bräuchten größere Felder, um effektiver arbeiten zu können. Die Landmaschinen seien heutzutage viel größer als früher, häufiges Wenden koste Zeit und Geld. Auch das sei wegen des höheren Kraftstoffverbrauchs schlecht für die Umwelt.

Der Bauernverband plädiert deshalb dafür, dass Landwirte mit Genehmigung mehrere Felder zusammenlegen dürfen. Es gebe inzwischen viele positive Beispiele für Ausgleichmaßnahmen im Sinne des Arten- und Naturschutzes.


Diskussionen zum Artikel

von Gregor Grosse-Kock

Alles soll so bleiben!

Aber nur für uns Bauern! Der andere Teil der Bevölkerung lebt in Neubausiedlungen voll erschlossen - wer macht am meisten Natur kaputt? Wo kommt die Ausgleichsfläche her für die Bebauung? Alles Ackerland und Wiesen - aber die Forderungen lassen nicht nach!

von Thorsten BvdH

Man darf sich auch als Landwirtbank das Gesetzt halten.

Diese bösen Umweltschützer die den Bauer wieder was Böses wollen. Richtig ist doch das sich jeder Landwirt an die Gesetzte halten darf, wie jeder andere Grundstücksbesitzer auch. Die Wege sind mit ihren Breiten im eingetragen. Wer sich daran zu um eigenen Vorteil nach Gutsherrenart ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Ich sage Ihnen

Wenn sie Ihren Besitz anfahren wollen dürfen Sie das nur im Rückwärtsgang, parken nur auf dem eigenen Grundstück! Sie müssen Ihren Hauseingang begrünen und dürfen nur noch das Wohnzimmer auf der einen Seite bewohnen -weil Ihre Nachbarschaft das so beschlossen hat! Nur im ... mehr anzeigen

von jörg Meyer

Aufhören zu Mulchen

Ich kann nur alle Berufskollegen auffordern das Mulchen von Feldwegen komplett einzustellen und die Kommunen zu bitten dieses zu tuen wenn die Gesellschaft Wanderwege haben möchte, auch Jagdpächter wünschen sich immer dass Grasswege kurzgehalten werden. Wenn jemand auf mich zukommt und ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Wieder mal eine neue Sau an Umwelthysterie unser "Naturschützer"!

"Es werde alles gemäht, gemulcht, sauber gehalten als wäre man in einem schönen Stadtpark oder auf einem Golfplatz,"... Damit ist doch eigentlich alles gesagt! Da liegt doch eigentlich der Hase im Pfeffer! Warum regen sie sich da nicht auf? Denn ausgerechnet in den Augen eines ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Wunschkonzert - Was haben schon unsere Vorfahren mit der Flurbereinigung "verbrochen"!?

Unsere Naturschützer haben die Natur vor Augen, das ist auch gut so. - Die Bewirtschafter der Ackerflächen, müssen allerdings dem nachkommen, was von ZWEI SEITEN gefordert wird: Zum einen sind dies die Interessen der Eigentümer, die niemals aus den Augen verloren werden dürfen - ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Kein Tag ohne Angriff auf Landwirte. die Angriffe sind gezielt terminiert.

Zur Sache: Ob ein Feldweg nun 4 Meter oder 6 Meter breit ist, das ist für den Naturhaushalt nicht entscheidend. Grenzsteine haben natürlich immer Recht, aber die Kommune darf die Wegränder nicht verkrauten lassen sondern muss sie pflegen, wie sie das an anderen öffentlichen ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Ich

Habe bewusst einen Grünstreifen an einem Ackerrand stehen lassen. Jetzt hat ihn die Kommune gemulcht. Ich nehme an, da dort immer Radfahrer und Wanderer auf dem Feldweg unterwegs sind. Ich werde sicher öfter mit "..." betitelt worden sein, weil ich die Ränder nicht sauber gehalten habe.

von Hans-jürgen Fricke

diese Leute,

bzw. alle sollten mal an sich denken und in ihrem Garten auch eine Ecke anlegen für Insekten etc. Thema Bewässerung des Rasen inkl. immer wir Bauern sind schuld. Es soll sich jeder erst mal an die eigene Nase fassen... Viele Grüße H.-J.

von Stefan Lehr

Unwissenheit

Die Unwissenheit besteht meines Erachtens nach eher auf seiten der "Umweltexperten" als seitens der Landwirte. Rebhuener & Co. koennen sich auch sehr gut in einer Grossflaechenumgebung wohlfuehlen. Das sehe ich an unseren Flaechen. Zum Anderen werden die Herbizidmoeglichkeiten gegen ... mehr anzeigen

von Leon Blitgen

Feldwege

Wem gehören die Feldwege? Bestimmt nicht den sogenannten Naturschützer!!!! Gehört dem Landwirt die Fläschen Links und Rechts vom Weg (Eigentum) und es liegen keine Felder mehr hinter Diesen würde ich sagen dann gehört ihm der Feldweg auch!!!(hat er ja mit gekauft!) Damit kann er ... mehr anzeigen

von Marc Rollinger

Umweltschützer

Ist das mittlerweile ein anerkannter Beruf der einer Kompetenz bedarf, oder kann jeder der Langeweile hat sich den Titel selbst geben?

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