Kaufverhalten

Wegen Preissteigerung sparen Deutsche vor allem beim Lebensmitteleinkauf

Immer mehr Deutsche sparen bei Lebensmitteln - vor allem bei Fleisch und Fisch. Das zeigt eine aktuelle Umfrage zum Sparverhalten der Bürger.

Steigende Preise schmälern schon jetzt die Kaufkraft der Bürger. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Fokus Online zum Sparverhalten der Bundesbürger zeigt: Es wird vor allem bei Lebensmitteln gespart. Über die Hälfte der Befragten gab an, beim Lebensmitteleinkauf aufgrund der Inflation ihr Kaufverhalten geändert zu haben. Auf die Frage, bei welchen Lebensmitteln die Bürger derzeit am meisten sparen, nannten 34 % Fleisch und Fisch, 27 % alkoholische Getränke. Auch bei Getreideprodukten, Gemüse und Obst sparen jeweils rund 15 % der Befragten. 46 % gaben an, beim Einkaufen derzeit nicht zu sparen, oder antworteten mit „Weiß nicht“.

Die Marktforscher von POSpulse haben zudem bei einigen Produkten einen Käuferstreik festgestellt. So gaben viele Verbraucher an, keinen Fisch mehr zu kaufen und wenn dann nur Sonderangebote. Für Billigprodukte wie Fischstäbchen würden deshalb Engpässe befürchtet, berichtet BR24. Ähnlich sei das Verhalten bei Fleisch, auf das viele Befragte jetzt öfter verzichten wollten. Viele würden auch von teuren Markenartikeln zu preiswerteren Handelsmarken wechseln. Markentreu seien Verbraucher vor allem bei Milchprodukten. Lebensmittelhändler würden deshalb viele Sonderangebote beiButter oder bekannten Joghurtsorten machen.

Senkung der Mehrwertsteuer als Lösung?

Auf die Frage „Welche Maßnahmen halten Sie derzeit aufgrund des Preisanstieges für sinnvoll?“, antworteten jeweils 58 % der Befragten mit „Senkung der Mehrwertsteuer“ und „Härteres Vorgehen gegen Preisabsprachen“. Für die Optionen „Börsensteuern gegen Rohstoff-Spekulationen“ und „Leitzinserhöhung“ sprachen sich in der Fokus-Umfrage 41 bzw. 37 % der Befragten aus. 19 % halten ein Ende der Sanktionen gegen Russland für sinnvoll.

Die Inflation ist weiter hoch, Preise für Lebensmittel und Energie belasten die Verbraucher. Bundesfamilienministerin Lisa Paus hält die Notwendigkeit weiterer Entlastungen insbesondere für Familien im kommenden Herbst für wahrscheinlich. „Alle Daten zeigen, dass die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise ganz besonders ärmere Familien belasten“, sagte die Grünen-Politikerin am Sonntag. Die Bundesregierung habe bereits zwei Entlastungspakete beschlossen.

Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich bereits weitere Entlastungen für die Bürger angekündigt. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte im April dafür geworben, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu streichen.


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