Bedrohtes Handwerk

Zahl der Fleischerbetriebe in Sachsen-Anhalt sinkt rapide

Vor allem durch einen deutlichen Nachwuchsmangel und Konkurrenz durch den LEH schließen in Sachsen-Anhalt immer mehr Fleischereien.

In Sachsen-Anhalt geben immer mehr Fleischer ihre Betriebe auf. Nach Angaben der Handwerkskammer Halle (HWK) sank die Zahl der Metzger im südlichen Landesteil in den vergangenen zehn Jahren von 232 auf 153 - das ist ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe.

Auch der Fleischerverband Sachsen-Anhalt verzeichnet demnach einen Mitgliederschwund. Innerhalb der vergangenen vier Jahre ging ihre Zahl um mehr als ein Fünftel zurück. "Der Trend geht weiter. Das macht uns große Sorge", sagte Verbandsgeschäftsführerin Carmen Pottel.

Grund sei vor allem der Nachwuchsmangel. Laut HWK machten im südlichen Sachsen-Anhalt im August 20 junge Menschen eine Ausbildung zum Fleischer. Vor fünf Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele. Und das Problem spitzt sich zu: Etwa 40 % der Betriebsinhaber in Sachsen-Anhalt seien bereits im Rentenalter, berichtete Pottel. "Die haben keinen Nachfolger." Fänden sie nicht bald jemanden, der ihr Geschäft übernimmt, müssten auch sie schließen.


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