Digitalisierung

Prognosemodell für den Weinbau

Das Göttinger Start-up „VineForecast“ verspricht schlagspezifische Krankheitsprognosen für den Echten und Falschen Mehltau im Weinbau per App. Nutzer werden zur Mitarbeit eingeladen. 

Paul und Richard Petersik, zwei Brüder aus der Umgebung von Berlin, wollen einen nachhaltigen Weinbau mit digitalen Lösungen fördern. Daraus entstanden ist das Start-up "VineForecast" – ein Prognosesystem für den Echten und Falschen Mehltau. Wir sprachen mit den Gründern im Interview.

top agrar: Was ist VineForecast und was genau bieten Sie an?

Paul Petersik: VineForecast ist ein Prognosetool für Pilzkrankheiten im Weinbau, v.a. den Echten und Falschen Mehltau. Unsere langfristige Vision ist es, Winzern zu helfen, nachhaltiger zu wirtschaften und Fungizide einzusparen. Vorhersagen halten wir für besonders wichtig, weil es eben nicht ausreicht, zu wissen, ob eine Krankheit den Weinberg in diesem Moment infiziert, sondern auch in Zukunft infizieren wird. Dadurch, dass die meisten Fungizide nur protektiv wirken, muss man in die Zukunft blicken. Deswegen liegt unser Fokus eher auf der Vorhersage - und deshalb heißen wir nicht VineMonitoring, sondern VineForecast.

Und was unterscheidet Ihr Konzept von anderen Prognosemodellen? Mir ist z.B. VitiMeteo ein Begriff.

Petersik: Die Frage hören wir oft. Zunächst haben wir herausgefunden, dass sich pflanzenbauliche Prognosen auch ohne Wetterstationen und deutlich geringere Kosten treffen lassen. Unsere Modelle können mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 bis 95 % das Krankheitsrisiko im Weinbau vorhersagen. Darüber hinaus bleiben wir bezahlbar. Das ist eine zentrale Forderung eines jeden Winzers.

Es gibt eine Menge Forschung zu dem Thema. Diese Forschung fundiert auf Wetterstationen und ist damit meist nur sehr kostspielig zugänglich. Das ist eigentlich der Kern. Wir können das, was die Forschung schon hergibt, in die Fläche rechnen und jedem Weingut individuell zugänglich machen.

DIE TECHNIK

Wie funktioniert Ihre Technik denn dann? Schließlich sagen Sie, dass Sie keine Wetterstationen benötigen. Muss der Winzer im Gegenzug überall Blattnässe-Sensoren installieren?

Petersik: Nein. Wir arbeiten mit „virtuellen Wetterstationen“. Diese Bezeichnung macht die Erklärung etwas verständlicher. Wir haben Zugriff auf mehr als 13 Millionen Stundenwerte von verschiedenen Wetterstationen, unter anderem vom Deutschen Wetterdienst. Diese nutzen wir auf Basis anderer Daten als Grundlage. Darunter fallen Wettervorhersage-Modelle, also Simulationen von Wetter, die die Zukunft...

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