Bio-Weiderindfleisch rentabel erzeugen

Das Fleisch von Bio-Weiderindern ist ein hochpreisiges Produkt. Neue Konzepte können helfen, die Wirtschaftlichkeit der Produktion zu verbessern.

Dort, wo immer mehr Milchviehbetriebe aufgeben, kann die (Bio-)Weiderindermast eine Nutzungsalternative für das Grünland sein. Dies gilt insbesondere in Dauergrünlandregionen mit Flora-Fauna-Habitat (FFH)- bzw. Naturschutzstatus, wo die Landwirte die eigenen Flächen zum Teil nur extensiv nutzen können. Bislang besetzt die Bio-Weiderindfleischproduktion allerdings noch eine Nische.

Die Universität Hohenheim startete ein Projekt im Südschwarzwald mit einer Erzeugergemeinschaft von etwa 100 beteiligten Mästern, die jährlich rund 700 Bio-Weidemastrinder produzieren (siehe top agrar-Ausgabe 3/2021, Seite R30–32). Die Landwirte vermarkteten die Rinder üblicherweise im September/Oktober zum Zeitpunkt des Weideabtriebs. Die Konsequenz war ein hohes Angebot bei zu kleiner Nachfrage. Das führte zu niedrigen Verkaufspreisen.

Ökonomie verbessern

Die Bio-Weiderindermast ist geprägt durch die Mutterkuhhaltung. Der Knackpunkt daran: Die Haltungsform ist zwar für den Erhalt des Grünlands wichtig, rechnet sich aber oft nicht. Sie steht deshalb auf vielen Standorten in einem Spannungsfeld. Denn die Landwirte sind gefordert, bei oft schlechter Futtergrundlage, ganzjährig Fleisch mit einer guten Produktqualität zu liefern (siehe Reportage auf Seite R32).

Um das naturgeschützte Grünland zu erhalten und dennoch eine ausreichende Fleischversorgung mit entsprechender Qualität sicherzustellen, entwickelten die Projektbeteiligten ein Konzept.

Rindermast ergänzen

Weil eine ganzjährige und produktive Versorgung mit Bio-Weiderindfleisch aus der Mutterkuhhaltung schwierig ist, kann die Rindermast mit Biokälbern aus der Milchviehhaltung eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Biomilchproduzenten geben die nicht benötigten Kälber allerdings überwiegend an den konventionellen Markt ab, da die Preisanreize im Biomastsegment fehlen.

Die Wissenschaftler berechneten deshalb die Vollkosten von vier beteiligten Milchviehbetrieben für die dreimonatige Kälberaufzucht mit Biomilch. Die Ergebnisse zeigen, dass die Preisspanne für die Aufzucht bei 580 bis 670 € liegt (siehe Übersicht 1). Diese Mindestpreise für die Kälber müsste...