Bullenmast auf Gummi – Fluch oder Segen? Premium

In der Bullenmast steht die Gummimatte im Fokus. Sie soll vor allem das Tierwohl fördern. Welchen Einfluss die Matte auf die Tiere hat, untersuchte die Fachhochschule Soest.

Mit Gummimatten soll sich der Komfort auch bei Mastbullen verbessern. Aus der Praxis hört man oft von höheren Zunahmen, einer besseren Mobilität der Tiere und Schonung der Gelenke. Niedersachsen ist Vorreiter: Hier werden die Matten in strohlosen Haltungsverfahren bei Neubauten bereits gefordert. Aber wie sieht es mit den Klauen aus? Und wie stark verschmutzen die Tiere auf den Matten wirklich? Die Fachhochschule Soest hat dazu einen Versuch bei einem Bullenmäster im Westmünsterland gestartet und interessante Ergebnisse bekommen.

Drei Verfahren im Vergleich:

Inhalt des Versuches war ein Vergleich von Betonvollspaltenböden zu gummierten Spaltenböden. Im Februar 2017 wurden dazu 45 Fresser der Rasse Fleckvieh zufällig in fünf nebeneinanderliegenden Buchten mit jeweils neun Tieren aufgeteilt. Das durchschnittliche Aufstallgewicht betrug 225 kg. Die Tiere stammten alle vom gleichen Aufzuchtbetrieb und standen dort auf Stroh. Drei Gruppen kamen in Buchten mit Gummimatten und zwei auf Beton. Die Buchten mit Gummimatten waren vollständig mit den Matten ausgelegt. Eine Gruppe wechselte, wie im Betrieb üblich, nach rund 70 Tagen von Gummi auf Beton. Damit sollte überprüft werden, wie sich der Wechsel des Bodenbelags auf die Zunahmen auswirkt. Die Tiere erhielten über die gesamte Mast das gleiche Futter über die gleiche Futterachse. Die Gummimatten lagen zu Versuchsbeginn bereits drei Jahre im Stall.

Zum Einstallen am 24. Februar 2017 und an zwei weiteren Terminen hat die FH Soest die Bullen einzeln gewogen, danach noch dreimal gruppenweise. Von Februar bis Juli 2017 hat man zudem die Fellverschmutzung, Klauen und Gelenke begutachtet. Am Schlachthof wurden die Klauen der Schlachttiere letztlich vermessen.

Mehr Zunahmen auf der Matte:

Die Bullen auf der Gummimatte erreichten gegenüber den Bullen auf Betonspaltenboden bis Mastende einen Mehrzuwachs von 15 kg Lebendgewicht. Das zeigen auch die täglichen Zunahmen: Auf Gummi schafften die Bullen 1186 g Brutto-Tageszunahmen, die Tiere auf Beton hingegen 1148 g. Die Gruppe, die den Bodenbelag wechselte, schaffte 1143 g und blieb bei den Zunahmen relativ konstant. Der Wechsel von Gummi auf Beton hatte keinen...

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Artikel geschrieben von

Andreas Huesmann

Redakteur Landtechnik

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