Das Nährstoffkonto entlasten Premium

Wie lassen sich Güllemengen und Nährstoffüberschüsse auf Milchviehbetrieben reduzieren? Praktische Hinweise für Rinder- und Milchviehhalter.

Lagerraum sparen, Nährstoffüberschüsse vermeiden – das ist vor allem in viehdichten Regionen eine Herausforderung für Milchviehhalter. Günter Hartmann, Milchviehberater bei der Landwirtschaftskammer (LWK), betreut Betriebe im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 200 Milchkühen. Alle Betriebe liegen im roten Gebiet, wirtschaften also auf als mit Nitrat belastet eingestuften Grundwasserkörpern. Hartmann hat sechs Maßnahmen analysiert, um den Anfall von Stickstoff und Phosphor sowie die Güllemenge insgesamt zu reduzieren.

1. P-reduziert füttern

Die wirkungsvollste Maßnahme ist eine der Leistung angepasste Fütterung der Milchkuhherde. In der Regel ist eine Reduktion der Rohproteinversorgung um 1% ohne Leistungseinbußen möglich. Wird die Rohproteinversorgung von 17 auf 16% gesenkt, sinkt der Stickstoff (N)-anfall pro Kuh um 10 kg pro Jahr. Bei einer Fütterung von Sojaschrot als alleinigem Proteinträger ergibt sich dadurch außerdem ein verringerter Phosphat (P2O5)-eintrag von 3 kg und bei Raps als Proteinträger von 5 kg P2O5 pro Kuh und Jahr.

Damit die Maßnahmen bei den Kühen nicht zu einer Unterversorgung oder zu Leistungseinbußen führen, sollten Sie den Grenzbereich von 15% nutzbarem Rohprotein in der Ration aber nicht unterschreiten. Grundsätzlich ist der Anfall von P2O5 um 20 kg höher, wenn eine Kuh ausschließlich Rapsschrot und kein Sojaschrot erhält. In diesem Fall sollten Sie Mineralfutter ohne Phosphorergänzung füttern. Das reduziert die Aufnahme von Phosphor von 20 auf 14 kg/Kuh und Jahr. Wichtig ist auch, den Phosphorgehalt des Mineralfutters in der Deklaration zu kontrollieren, da auch handelsübliche Milchleistungsfutter zwischen 0,5 und 0,8% Phosphor beinhalten.

2. Nicht zu viel aufziehen

Sie sollten nur so viel weibliche Nachzucht aufziehen, wie für die Remontierung nötig ist. Die Verkaufserlöse der Färsen decken ohnehin nur selten die Vollkosten der Aufzucht. Als positiver Nebeneffekt sinkt damit die Arbeitsbelastung. Auch die Aufzucht noch vorhandener Tiere zur Remontierung ist effizienter, da die Überbelegung der Ställe abgebaut wird.

Ziel der intensiven Jungviehaufzucht sollte ein Erstkalbealter von unter 25 Monaten sein. Denn für jeden Tag der Haltung ab dem 25. Monat ergeben sich Gülleabgabekosten von 50 Cent pro Färse und Tag (bei Gülleabgabekosten von 10 €/m3 frei Fläche).

3. Intensiv halten

Nach den Vorgaben der Düngeverordnung lässt sich Milch in einem intensiven Haltungssystem umweltschonender produzieren. In der extensiven Weidehaltung ist eine vergleichsweise große Fläche für die...

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