Die perfekte Kuh per Photoshop Premium

Töchter und Mütter sind die Aushängeschilder der Vererber. Auf Fotos sollen die Kühe perfekt aussehen und die Bildbearbeitung erleichtert das. Aber wo beginnt die Täuschung?

Per Mausklick eine gerade Oberlinie, ein fülliger Schweif und glänzendes Fell. Die digitale Fotografie und Bildbearbeitung macht das möglich. Bei professionellen Kuhfotos sind nachträgliche Retuschen üblich. Aber was, wenn auch Eutervenen, Klauenwinkel oder Beckenneigung „optimiert“ werden?

In abgedruckten Fotos ist nicht erkennbar, was retuschiert wurde. Daher meint z.B. Fleckvieh-Züchterin Irina Primbs aus Schwarzach (Bayern): „Den Bildern in den Katalogen traue ich nicht mehr. Dort sehen alle Tiere gleich aus. Entscheidungen für die Zucht kann ich damit nicht treffen und somit sind die Fotos sinnlos.“ Auch Dr. Thomas Grupp, Geschäftsführer der Bayern-Genetik, sagt: „Das nachträgliche Bearbeiten der Bilder ist gezielte Kundentäuschung und muss verboten werden!“

Was sagen Fotografen und andere Zuchtverbände zu dieser Forderung?

Was ist erlaubt?

Konkrete Richtlinien oder Vorgaben für die Bildbearbeitung von Kuh- oder Bullenfotos gibt es nicht, bestätigen Vertreter mehrerer Verbände. Vielmehr habe jeder Fotograf sein persönliches Handwerk und seinen eigenen Stil. Während einige mehr bearbeiten, mögen es die anderen natürlicher.

Das wissen auch die Züchter und die Zuchtverbände und buchen die Fotografen dementsprechend. Maik Kalthaus von der Rinder-Union West (RUW) erklärt: „Wir machen den Fotografen keine Vorgaben, sondern lassen sie ihre Arbeit machen. Konkret prüfen, was bearbeitet wurde, können wir sowieso nicht. Nur wenn anatomische Proportionen offensichtlich bearbeitet wurden, lassen wir das ändern oder nutzen das Foto nicht.“

Gleichzeitig herrscht unausgesprochener Konsens darüber, wie Kuhfotos aussehen sollen. Das gilt vor allem für sogenannte Seitenbilder, sagt Fotografin Christine Massfeller: „Ein Seitenbild ist das Passbild einer Kuh. Es muss authentisch und realistisch sein und das Exterieur so zeigen, wie es ist.“ Kopfhaltung und Beinstellung sind immer gleich. Oft wird vor einem grünen Tuch fotografiert und dieses am PC durch einen Landschaftshintergrund ersetzt.

Etwas freier in der Gestaltung sind Fotografen bei Motivbildern. Die Kuh wird in natürlicher Umgebung aus verschiedensten Perspektiven...

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Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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