„Die Risse nehmen zu“ Premium

Seit 1999 lebt der sächsische Mutterkuhhalter Frank Groba mit dem Wolf. Die Schäden nehmen jedes Jahr zu. Das Raubtier breitet sich nun nach Westen aus.

Hier sind die Tiere durchgegangen.“ Frank Groba zeigt auf eine Lücke im Zaun. Der zweireihige Stromdraht ist zerrissen, der Boden aufgewühlt. „Mit fünf Leuten haben wir drei Stunden gebraucht, um die Herde wieder einzufangen“, sagt der Mutterkuhhalter aus Schwarzkollm in Sachsen.

Am Vortag waren etwa 15 Tiere von der im Wald gelegenen Koppel ausgebrochen. Die andere Hälfte der Herde blieb dagegen auf der Weide. Groba erklärt sich das ungewöhnliche Verhalten so: Wölfe waren nachts am Werk und haben die Tiere getrennt. Daher ist nur ein Teil der Herde in Panik gegen den Draht gerannt.

Zehn Risse pro Jahr:

Seit dem Jahr 1999 hat Groba jährlich rund zehn bis zwölf Verluste. Die Raubtiere töten Tiere direkt auf der Weide. Teilweise sind Kälber aber auch einfach spurlos verschwunden. Nur sehr selten findet Groba Skelette oder andere Überreste im Wald. Anhand von Bissspuren und Losungen hat er auch mithilfe eines Jägers sowie seinem Tierarzt festgestellt, dass Wölfe sogar einmal in die Stallanlage eingedrungen sind. Daher hat er das gesamte Hofgelände mit einem festen Zaun geschützt.

Bei den Weiden ist das dagegen nicht möglich. „Ein fester Zaun mit mehreren Litzen ist unbezahlbar“, sagt er. Dazu kommt die nötige Pflege: Wenn die untere Litze wie gefordert nur 20 cm vom Boden gespannt sein soll (s. Kasten „Die Wölfe lernen dazu“), müsste sie ständig freigeschnitten werden. Denn so hoch muss der Bewuchs mindestens sein, damit die Tiere genügend Futter haben. „Aber zum Freischneiden fehlt mir das Personal und die Zeit“,...

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