Ein erfolgreiches Zusammenspiel

Michael und Bianca Gommel ist eine gute Eutergesundheit ihrer Herde wichtig. Ihr Erfolgsrezept lautet: Konsequenz in allen Betriebsbereichen.

Die letzte Molkereiinfo von Familie Gommel aus Ditzingen in Baden-Württemberg belegt einen Zellgehalt von 59000 somatischen Zellen/ml Milch. 2019 lag der Schnitt bei 75000 Zellen/ml. Den niedrigen Wert erklärt sich der Betriebsleiter so: „Wir verzichten auf keine Arbeitsschritte und sind immer konsequent.“

Michael Gommel führt gemeinsam mit seiner Frau Bianca und zwei Auszubildenden sowie der Mithilfe seiner drei noch schulpflichtigen Söhne den Milchhof Gommel. Der Herdenschnitt der 120 Fleckviehkühe liegt momentan bei 10840 kg Milch/Kuh und Jahr mit 4,17%Fett und 3,6% Eiweiß.

Der Boxenlaufstall für die laktierenden Kühe sowie das separate Melkhaus sind acht Jahre alt. Familie Gommel legte bei der Planung großen Wert auf Kuhkomfort: Die Laufgänge sind planbefestigt, eine automatische Entmistung schiebt sie alle 1,5 Stunden ab.

Wichtig war ihnen, dass jedes Tier einen eigenen Fress- und Liegeplatz hat. So gibt es weniger Gerangel und damit weniger sozialen Stress im Stall. Um auch Hitzestress vorzubeugen, haben Gommels fünf große Ventilatoren nachgerüstet.

Aufgrund des besseren Liegekomforts hat sich das Ehepaar für Tiefboxen entschieden. „Wir streuen sie alle zwei Wochen mit Kälbermist aus unserem eigenen Betrieb ein, den wir mit Kalk vermischen“, erklärt der Milcherzeuger. „Zweimal täglich pflegen wir die Liegeboxen, wenn wir die Kühe zum Melken treiben“, ergänzt seine Ehefrau Bianca.

Doppel-18er-Swing Over

Die Melkarbeit teilt sich das Betriebsleiterehepaar: Morgens melkt Michael Gommel, abends seine Frau oder einer der Auszubildenden. „Wir wollten kein automatisches Melksystem, weil wir den Anspruch haben, die Tiere morgens und abends zu sehen“, erklären sie.

Die Entscheidung fiel letztlich auf einen Doppel-18er-Swing Over. Etwa 70 bis 80 Minuten brauchen sie für eine Melkzeit. „Bei einem Melkstand in dieser Größe könnten wir bestimmt auch schneller mit dem Melken durch sein“, räumt Michael Gommel ein. Sie halten allerdings seit Jahren genaue Abläufe ein, von denen sie nicht abweichen wollen: Die Melkroutine besteht aus Vordippen mit Milchsäureschaum im ersten Schritt. Anschließend melken sie vor und reinigen die Zitzen mit trockenen Einwegtüchern. Dann werden die Melkzeuge angehängt. Bei allen Schritten teilen die Betriebsleiter jede Seite in zwei mal neun Kühe auf. „Die Anrüstzeit dauert sonst zu lang“, erklärt Bianca Gommel. Am Ende dippt die gelernte Konditorin die Zitzen mit einem Zweikomponentenmittel auf Milchsäurebasis. Der Aufwand lohnt sich: 81% der Herde gelten mit weniger als 100000 Zellen/ml als eutergesund. „Wenn eine Kuh durch einen erhöhten Zellgehalt auffällt oder...