Grassilage in kleinen Portionen Plus

Grassilage in Wickelballen konservieren – auch etwas für Betriebe mit viel Fläche? Wir zeigen, welche Stärken und Schwächen das Ernteverfahren hat und wann es eine Option ist.

Kleine Portionen wickeln, statt ein großes Fahrsilo anzulegen: Besonders nach dem letzten Dürrejahr hat sich diese Strategie für viele Betriebe ausgezahlt. Denn in rund 1,60 m große Ballen gewickelt, lässt sich das Grundfutter flexibel handhaben. Auf Kleinanzeigen-Plattformen verlangen Verkäufer aktuell bis zu 80 € pro Siloballen. Regionale Verfügbarkeit, Qualitäten sowie der Trockenmasse (TM)-Gehalt bestimmen den Preis.

Doch auch in normalen Jahren bieten Rundballen zahlreiche Vorteile:

  • Wickelballen erfüllen die Anforderungen der aktuellen Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Wenn die Investition in neue und teure Fahrsiloanlagen keine Option ist, können die Rundballen eine sinnvolle Alternative sein.
  • Das Portionieren verhindert Probleme durch einen zu geringen Vorschub. Gerade bei kleinen Herden oder Weidehaltung mit wenig Futterbedarf führen hohe Temperaturen im Sommer schnell zur Nacherwärmung im Silo.
  • Rundballen ermöglichen gute Silagequalitäten. Einige Landwirte ernten einzelne Flächen zu verschiedenen Zeiten statt alle auf einmal und sind so wetterunabhängiger bei bestmöglicher Futterqualität. Das bietet Vorteile bei extremen Wetterverhältnissen, wie Hitze oder Starkregen. Grundsätzlich kann das Wickeln bei späten Folgeschnitten sinnvoll sein, da diese vergleichsweise geringe Erntemengen mit schlechteren Siliervoraussetzungen und kurzen Erntefenstern aufweisen können.

Gärgase sind essenziell

Grund für die Lagerfähigkeit von schwer silierbaren Ausgangsmaterialien sind die Silierprozesse in den Ballen.

Der Einfluss von Milchsäurebakterien ist im Vergleich zum Fahrsilo relativ klein. Je nach TM weisen Wickelballen meist höhere pH-Werte von 5,0 bis 5,5 auf (Fahrsilo: < pH 4,0). Bei sehr feuchtem Material können diese auch nach unten bzw. bei trockenerem Material leicht nach oben abweichen.

Zusätzlich hemmt der Wasserentzug die Aktivität und Vermehrung von Buttersäurebakterien. Der TM-Gehalt von Grassilage für Wickelballen sollte höher als bei Fahrsilos liegen und zwar zwischen 40 und 50%. Eine hohe Trockenmasse sorgt zudem für formstabile Ballen.

Für die Konservierung am wichtigsten ist aber das Gärgas, das bei der Veratmung von Restsauerstoff entsteht. Das Kohlendioxid (CO2) wird im Folienmantel eingeschlossen und hemmt das Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen. Dieses Gärgas muss unbedingt im Ballen bewahrt werden. Schonender Transport, sichere Lagerung und das sofortige Reparieren von Folienschäden sind daher Pflicht.

Dank der effektiven Wirkung des Gärgases lassen sich in Wickelballen auch Ausgangsmaterialien konservieren, bei denen das klassische Silierverfahren im Fahrsilo nicht funktioniert. Dazu zählen beispielsweise spätsommerliche Folgeschnitte, die wegen geringer Zuckergehalte und hoher...

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