GVO-freie Fütterung: Was geht, was kostet es? Plus

Handel und Molkereien fordern den Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel in der Milchproduktion. Das geht – aber nicht zum Nulltarif, erklärt Dr. Martin Pries von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Der neue Standard in deutschen Kühlregalen ist GVO-freie Trinkmilch. Das steht seit der letzten Preisrunde im November zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel fest. In den nächsten Monaten dürften weitere GVO-freie Milchprodukte folgen.

Fast alle Molkereien beschäftigen sich deshalb mit dem Thema. Sie fordern von ihren Lieferanten, auf GVO-freie Fütterung umzustellen. Allein in Bayern dürfte der Anteil an GVO-freier Milch deshalb von etwa 30% im Jahr 2015 auf über 50% bis Ende 2017 steigen.

Doch was ist überhaupt „Milch ohne Gentechnik“? Bei dem Zusatz „ohne Gentechnik“ dürfen die Kühe keine gentechnisch veränderten Futtermittel gefressen haben. Das ist die einzige Bedingung. Landwirte müssen sie erfüllen.

GVO-freies Soja ist knapp.

Gentechnisch veränderte Futterpflanzen gibt es bei Mais und Sojabohnen. Über 90% des Sojaschrots aus Brasilien, Argentinien und den USA ist gentechnisch verändert. Deshalb ist der Einsatz ausgeschlossen. Oder die Landwirte bestellen nicht gentechnisch veränderte Ware (NON GMO) – mit Preisaufschlägen.

Zudem ist das Angebot begrenzt: Weltweit stehen etwa 9 Mio. t NON GMO-Sojabohnen zur Verfügung. Gut die Hälfte wird getrennt erfasst und vermarktet. Gemessen am Gesamtsojaanbau macht dies nur etwa 1,5% aus.

Deshalb eignen sich für eine GVO-freie Fütterung vorwiegend Futtermittel europäischer Herkunft. Denn in der EU ist der Anbau gentechnisch veränderte Pflanzen stark reglementiert. Übersicht 1 zeigt die in Deutschland erhältlichen GVO-freien Proteinfuttermittel. Raps- und Sojaschrot...


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