Heumilch: Nicht nur im Süden erfolgreich

Die Produktionskosten von Heumilch sind höher als bei der Fütterung mit herkömmlicher Silage. Wir haben uns umgehört, warum Milchviehhalter und Molkereien trotzdem auf die Nische setzen.

Weidende Kühe auf saftigen, artenreichen Wiesen umgeben von Bergpanorama. Wer bei der Google-Suche den Begriff „Heumilch“ eingibt, findet solche Motive zuhauf. Kein Wunder, denn die Produktion von Heumilch ist vorwiegend im Süden verortet und findet dort auch ihren Ursprung. Doch auch in anderen Regionen Deutschlands wollen Molkereien und Landwirte in der Nische Fuß fassen, wie unsere Reportage zeigt (siehe „Heumilch aus dem Osten“).

Aktuell liegt der Heumilchanteil in der Bundesrepublik bei 0,2% der Gesamtmilchmenge. Europaweit sind es etwa 3%. Markus Fischer, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Heumilch Deutschland, erklärt: „Wir befinden uns in einer absoluten Nische.“ Er sieht großes Absatzpotenzial. „Leicht verständliche Botschaften wie Weidemilch oder Biomilch schlagen sich in steigenden Absatzzahlen im Lebensmitteleinzelhandel nieder. Die Wachstumsraten sind durchaus vielversprechend, entgegen der Absatzentwicklung am Gesamtmarkt von Trinkmilch. Ähnlich positiv ist es daher auch für Heumilch denkbar“, prognostiziert auch Dr. Björn Börgermann, Sprecher des Milchindustrie-Verbands. Anders als beispielsweise in Österreich, wo der Großteil der Milch verkäst wird, geht in Deutschland rund die Hälfte der...