„In schweren Zeiten muss die Leistung stimmen“ Plus

Schlechte Preise und wenig Futter – die Margen in der Bullenmast sind knapp. Dennoch ist es möglich, auch in schweren Zeiten Geld zu verdienen. Matthias Lambers erklärt, worauf es ankommt.

Herr Lambers, die Bullenmäster stehen unter Druck. Wie ist die Stimmung auf den Betrieben?

Lambers: Grundsätzlich ist die Stimmung angespannt. Futterknappheit und enge Margen belasten die Betriebe. Vor allem das Thema Liquidität spielt bei vielen Bullenmästern eine Rolle. Die Situation führt dazu, dass wir den Strukturwandel, den wir vor allem von Milchviehbetrieben kennen, nun auch in der Bullenmast sehen. Insbesondere Betriebe mit einem Viehbestand von 50 bis 100 Bullen hören auf. Häufige Gründe sind zum Beispiel die fehlende Hofnachfolge, geringe Erlöse und hohe Auflagen wie die Anlagenverordnung für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.

Wie geht es Betrieben, die investiert haben und noch Kapitaldienst leisten müssen?

Lambers: Diese Betriebe haben es besonders schwer. Bei der Planung von Investitionen bezieht man sich auf den durchschnittlichen Betriebsgewinn der vergangenen sechs bis acht Jahre. Die derzeit niedrigen Betriebsergebnisse weichen allerdings stark von diesen Zahlen ab. Der Kapitaldienst ist deshalb im Verhältnis hoch angesetzt, was die Liquidität zusätzlich belastet (Übersicht 1, Seite R8).

Gibt es denn Betriebe, die zurzeit Geld verdienen?

Lambers: Ja, die gibt es. Die guten Betriebe schreiben auch in schwierigen Jahren schwarze Zahlen. Aber auch da sind die Gewinne gering.

Was machen sie besser als die anderen? Was können sich weniger erfolgreiche Betriebe abgucken?

Lambers: Grundsätzlich gibt es nur kleine Stellschrauben, an denen die Betriebe drehen können. Es gehört viel Können dazu, um erfolgreich zu sein. Besonders wichtig ist, die eigenen Betriebszahlen zu kennen. Zählen, messen, wiegen, lautet die Devise. Nur wer die eigenen Leistungen, Kosten und Kennzahlen kennt, kann seine Produktion so effizient wie möglich gestalten.

Welchen praktischen Tipp geben Sie den Mästern?

Lambers: Der Geheimtipp ist Dokumentation. Bullenmäster sollten sich unbedingt kontinuierlich notieren, woher sie ihre Zukaufstiere haben. Um bessere Rückschlüsse auf die Tierqualität zu erhalten, müssen Landwirte die Tiere regelmäßiger wiegen. Die Ergebnisse dienen nicht nur der Selbstkontrolle am Ende der Mastdauer, sondern sagen auch etwas über die Aufzuchtqualität der Aufzuchtbetriebe aus. Das ist für weitere Einkäufe nützlich.

Betriebsleiter sollten...


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