Irisches Weidesystem mitten in Brandenburg Premium

Ein Dach über dem Kopf haben die 850 Kühe der Emster Land mbH meist nur beim Melken. Denn Paul und Stephen Costello führen ihren Betrieb „auf irische Art“.

Die Brüder Paul und Stephen Costello haben das irische Weidemanagement in Brandenburg etabliert: 850 Kühe, 200 Tage Vollweide, kein Stall.

Dafür stellen sie die Emster Land mbH in Kloster Lehnin bei Potsdam seit Kauf dieses Betriebs vor zwei Jahren um. „80% unserer gesteckten Ziele haben wir bisher erreicht“, berichtet Paul Costello. Dabei kümmern sich die Unternehmer selbst um die überbetriebliche Organisation. Denn zusätzlich zu dem Kuhbetrieb und 1500 ha Acker- und Grünland besitzen sie große Sauenanlagen in Brandenburg und in Irland.

Vor Ort trägt Betriebsleiter Kevin Kearns mit zehn weiteren Angestellten und Saisonarbeitskräften die Verantwortung für die Kühe.

Weideführung per Software

Der Betrieb ist von rund 500 ha Grünland und Ackergras umgeben. 70% der Flächen sind Niedermoorschläge, 30% sandige Böden. „Das sind optimale Bedingungen für unser System. Man muss sie nur nutzen“, erklärt Paul Costello.

Ein irisches Weidemanagementprogramm organisiert die intensive Beweidung der Fläche. Alle Flächen sind in dem Programm in Parzellen aufgeteilt. Jede Parzelle bewirtschaften die Mitarbeiter teilflächenspezifisch. Wegenetze, Wasserverfügbarkeit und Zaunstruktur sind hinterlegt.

Betriebsleiter Kevin Kearns misst mindestens wöchentlich, oft auch täglich, mit einem „Plate-Meter“ die Aufwuchshöhen aller Weideflächen. „Für bis zu 30 Messungen pro Fläche kommen schnell mal 15 km Laufstrecke für Kevin zusammen“, lacht Stephen Costello.

Das Messgerät übermittelt diese Daten direkt an die Weidemanagement-Software. Diese berechnet dann Anhand der Aufwuchshöhen den Ertrag pro ha und pro Parzelle. Als Ergebnis liegt Kearns eine detaillierte Übersicht der aktuellen Ertragssituation jeder einzelnen Parzelle vor. Anhand dieser legt er die Beweidungsintensität fest. Liegt der Ertrag einzelner Flächen über dem aktuellen Bedarf der Herde, fahren die Mitarbeiter dort einen Schnitt als Winterfutter in Siloballen ein.

Im letzten Dürrejahr erzielte der Betrieb 10,5 t Trockenmasse (TM) je ha Ertrag im Grünland, was den Erfolg des Weidemanagements laut den Brüdern bestätigt. 12,5 t TM/ha wollen sie in normalen Jahren mindestens erreichen.

Futterangebot steuern

Die Mitarbeiter treiben die Kühe bei 1300 bis 1500 kg TM/ha Grasangebot auf eine Parzelle und lassen diese jeweils auf maximal 4 cm Stoppelhöhe heruntergrasen. „Ein großes Futterangebot ist manchmal schwieriger zu managen als ein geringes“, erklärt Stephen Costello. Wenn das Gras beim Auftrieb schon zu lang ist, ist der Vertritt zu hoch und damit auch die Weidereste. Mehr als 50 kg TM/ha sollen auf einer beweideten Fläche nicht stehen bleiben. Die Mitarbeiter teilen den Kühen alle zwölf...

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