Jungvieh: Aufziehen oder abgeben? Plus

Für die Jungviehaufzucht gibt es zahlreiche Konzepte. Doch für wen lohnt sich die Aufzucht überhaupt und wann ist es besser, Färsen zuzukaufen?

Arbeitszeit sowie Futter- und Stallkosten für die Jungviehaufzucht lassen sich schwer erfassen. Denn die Aufzucht läuft auf vielen Betrieben nebenbei: Altgebäude dienen als Ställe, im Trog landen Futterreste und der Senior erledigt die Brunstbeobachtung.

Wieviel Zeit und Geld das Jungvieh wirklich kostet, merken vor allem Betriebe, die Fremd-Arbeitskräfte beschäftigen. So schlagen die Kosten für die Jungviehaufzucht bzw. Remontierung mit 2 bis 4 ct/kg Milch zu Buche.

Kein Jungvieh aufzuziehen war für die meisten Betriebe trotzdem lange Zeit undenkbar. Die fragliche Qualität der Zukauftiere und die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten sind nur zwei Gründe. Inzwischen stellen jedoch einige Milchviehhalter genau das wieder in Frage, beispielsweise um Arbeitskräfte einzusparen oder kurzfristig die Liquidität des Betriebes zu erhöhen.

Beim Wachsen zusehen

Für die Aufzucht der weiblichen Nachzucht im eigenen Betrieb oder in einem Pachtstall gibt es zahlreiche Argumente:

  • Wer das Jungvieh selbst aufzieht, hat auch die Qualität selbst in der Hand. Erkrankungen im Kälberalter wie Lungenentzündung und Durchfall sind Färsen häufig nicht mehr anzusehen. Es ist aber nachgewiesen, dass beispielsweise schon eine leichte Veränderung der Lunge die spätere Leistung maßgeblich beeinflusst.
  • Die eigene Nachzucht fügt sich in der Regel aufgrund ihrer Genetik sowie der Abwehr gegen bestandsspezifische Erreger gut in die Herde ein.
  • Der Zukauf von Rindern ist eine der häufigsten Ursachen für die Einschleppung von Krankheiten. So gelangt z.B. BHV1 in einem Drittel der Fälle durch Tierzukauf in den Bestand. Das zeigt eine Auswertung des Rindergesundheitsdienstes in Nordrhein-Westfalen. Auch Mastitiserreger können so in den Bestand gelangen. Deshalb ist es wichtig, aktuelle Blut- und Milchprobenergebnisse anzufordern...

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen