Keine Euphorie bei Mästern

Die Preise für Schlachtrinder sind zuletzt wieder deutlich gefallen. Zusammen mit steigenden Kosten drückt das auf die Stimmung in der Branche. Wir haben mit drei Bullenmästern gesprochen.

Wie bewerten Sie die momentane Lage der Rindermäster?

Hückl: Die Preise sind im Vergleich zu den letzten Jahren sehr hoch. Wer in der zweiwöchigen Preisspitze fertige Bullen vermarkten konnte, hat trotz der hohen Kosten gute Margen erzielt. Letztlich muss am Ende des Jahres ein Strich drunter gemacht werden, um die Ergebnisse bewerten zu können.

Nitschke: In der letzten Woche haben wir für O-Bullen noch über 5 €/kg Schlachtgewicht bekommen. Damit können wir die hohen Kosten decken und sind zufrieden. Leider ist der Preis jetzt aber auf 4,40 €/kg abgestürzt.

Holsten: Die Lage ist weiter angespannt. Die erfreuliche Entwicklung der Verkaufspreise war zeitlich nur ein kurzes Gastspiel. Derzeit sind die Verkaufspreise wieder stark rückläufig. Die Rohstoffpreise (Jungtiere, Futter, Energie) werden aber weiterhin sehr hoch bleiben. Eine Kostendeckung unterhalb von 5 €/kg Schlachtgewicht für Jungbullen ist derzeit nicht realistisch.

Steigende Kosten: Welche Komponente – Futter, Energie, Fressereinkauf – wirkt sich für Ihren Betrieb am stärksten aus? Wie steuern Sie gegen?

Hückl: Die größten Preissteigerungen bemerke ich beim Bullen- und Kraftfuttereinkauf. Beim Kraftfutter zahle ich zwischen 40 und 80% mehr als sonst. Beim Tierzukauf sind die Kosten bis zu 30% höher. Hinzu kommen die höheren Kosten...

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