Kratzkomfort im Bullenstall?

Kratzmatten im Bullenstall sollen das Tierwohl fördern. Eine Untersuchung zeigt, ob und wie die Bullen die Vorrichtung nutzen und ob die Matten der Belastung schon standhalten.

Unsere Autoren

Helen Rombach; Werner Baumgarten, DLR Westerwald-Osteifel; Prof. Dr. Georg Dusel, TH Bingen (Rheinland-Pfalz)

Scheuereinrichtungen sollen das Tierwohl im Bullenstall steigern. Doch herkömmliche Kuhbürsten halten den Bullen oft nicht lange stand. Eine Alternative könnten Kratzmatten sein. Das sind Gummimatten mit herausstehenden Noppen, die sich an der Wand oder an Balken befestigen lassen. Die TH Bingen hat mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel untersucht, wie Bullen die Matten im Stall nutzen und ob die Haltbarkeit der Einbauten schon passt.

Kontrolle Per Video

Dafür hingen die Wissenschaftler auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben im Westerwald (Rheinland-Pfalz) die Kratzmatte „Dairy Scratchy“ der Firma Bioret agri auf, die das Produkt für den Einsatz im Milchviehbereich entwickelt hat. Die Stückkosten liegen derzeit bei 89,50 € zzgl. MwSt.

Es wurde in jeweils einer Bucht eine Matte installiert. Im Betrieb A hing die Kratzmatte im Auslauf eines Tretmiststalls mit 20 Mastbullen (zwölf bis 18 Monate alt) und einem Platzangebot von 10,5 m²/Tier. Im Betrieb B nutzten 40 Bullen (neun bis zwölf Monate alt) in einem Zweiraumlaufstall mit 5,1 m² pro Tier die Matte. Die elastische Matte war um einen Pfosten bzw. eine ovale Metallkonstruktion geschlungen.

Kameras zeichneten an neun bzw. elf Tagen auf, wie die Bullen die Matte benutzten. Dabei achteten die Wissenschaftler auf die Häufigkeit, die Körperstellen und das Konfliktverhalten zwischen Bullen an der Scheuervorrichtung. Die...