Leitlinie erhöht Druck auf Bullenmäster Premium

Niedersachsen hat eine Tierschutzleitlinie für die Haltung von Mastrindern veröffentlicht. Die konkreten Vorgaben geben Mästern Planungssicherheit, treiben aber die Kosten hoch. Andere Bundesländer könnten zügig nachziehen.

In der Endmast müssten wir rund 15% abstocken, um die Platzvorgaben einzuhalten. Dazu kommen Kosten für Gummimatten und Tränken“, sagt Hans-Georg Kuiter, Bullenmäster aus Ermke (Kreis Cloppenburg), und macht deutlich: Besonders die Mast auf Vollspalten kommt unter Druck.

Leitlinie bald Pflicht?

Grund ist die „Tierschutzleitlinie für die Mastrinderhaltung“, die das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Anfang März präsentierte.

Damit definiert Niedersachsen als erstes Bundesland die Haltung von Mastrindern ab sieben Monaten, also von männlicher und weiblicher Nachzucht, Mastbullen und Mutterkühen. Demnächst soll ein Erlass folgen. Dann sind die Vorgaben rechtlich verpflichtend. Das niedersächsiche Landwirtschaftsministerium hatte die Leitlinie im Rahmen seines Tierschutzplanes in Auftrag gegeben. Über 3,5 Jahre hat die Arbeitsgruppe Mastrinder die Details ausgearbeitet. Mit dabei waren Vertreter des Landvolks, der Landwirtschaftskammer, des Beratungsring Osnabrück, der kommunalen Veterinärbehörden, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und des LAVES.

Bisher gab es keine offiziellen Regelungen zur Haltung von Mastrindern. Jeder Landkreis konnte individuell entscheiden. Das hat Landwirten die Planung erschwert. Die Leitlinie definiert neben Platzbedarf und Liegefläche auch Tränken oder die Ration (siehe Übersicht). Altbauten haben zunächst Bestandsschutz. Doch auf Betriebe, die langsam und in Altgebäuden gewachsen sind, erhöht sich der Druck.

Mehr Platz in der Endmast:

Für Neubauten sind in der Endmast pro Bulle (über 650 kg) mindestens 3,5 m2 vorgeschrieben. In Altbauten gilt das in spätestens 12 Jahren. In zwei Jahren müssen Endmast-Bullen auch in Altbauten mindestens 2,7 m2 Platz haben.

Das betrifft viele Mäster. Christian de Joung vom Beratungsring Osnabrück sagt: „Etwa die Hälfte ...

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