Machen scharfe Milchtypen mehr Probleme? Premium

D ank der modernen Zuchtprogramme hat das Leistungspotential der HF-Kühe kontinuierlich zugenommen. Auch in Deutschland melken mittlerweile etliche leistungsstarke Milchviehbetriebe bereits mehr als 10 000 kg Milch pro Kuh und Jahr.Allerdings verlassen immer mehr junge Kühe vorzeitig die Herden.Insbesondere Fruchtbarkeits-,Euter-und Klauenprobleme führen in vielen Betrieben zu einer Verkürzung der Nutzungsdauer. Setzen wir in der Zucht zu stark auf HöchstleistungenFührt die einseitige Ausrichtung der Zuchtprogramme auf maximale Milchleistung und den Milchcharakter der Töchter zu einer höheren Krankheitsanfälligkeit und zu einer geringeren Nutzungsdauer der KüheHaben wir den Bogen überspannt? Dieser Frage sind jetzt drei Wissenschaftler aus den USA,aus Schweden und aus Dänemark nachgegangen.Sie aben untersucht,inwieweit hohe Leistungszuchtwerte (Eiweißmenge)und hohe Exterieurzuchtwerte (Milchtyp) der Bullen die Nutzungsdauer und die Krankheitsanfälligkeit der Kühe beeinflussen.In der Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 104 Töchtergruppen amerikanischer Vererber in den USA,Dänemark und Schweden analysiert. Die Ergebnisse sind in Übersicht 1 und 2 als genetische Merkmalsbeziehungen (Korrelationsverhältnis) angegeben.Die Korrelations-Koeffizienten liegen zwischen +1 (positiv =in erwünschter Richtung) und 1 (negativ =in uner-wünschter Richtung).Bei einem Wert nahe Null ist keine genetische Beziehung vorhanden oder sie ist rechnerisch nicht darstellbar. Hohe Leistung geht zu Lasten der Eutergesundheit Zwischen dem Leistungs-Zuchtwert (Eiweißmenge)und der Zellzahl bzw. der Mastitis-Häufigkeit wurden genetische Verknüpfungen zwischen 0,09 bis 0,32 gefunden,d..je höher der Leistungs-Zuchtwert der Bullen war,desto häufiger wurden bei den Töchtern erhöhte Zellzahlen oder Euterkrankheiten gefunden (Übersicht 1). Hingegen konnten zwischen dem Zuchtwert Nutzungsdauer (Productive Life )und den Zellzahlen bzw.Euterkrankheiten positive Wechselwirkungen nachgewiesen werden (+0,06 bis +0,59). Der engste positive Zusammenhang zwischen der Eutergesundheit und Eutermerkmalen besteht zur Eutertiefe , Vordereuteraufhängung und der Eu-tergesamtqualität (Übersicht 1). Die Wissenschaftler kommen deshalb zu folgender Schlussfolgerung:Bei einer Selektion nach Nutzungsdauer und Lebensleistung (productive Life )mit...

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