Mehr Milch mit der US-Futteranalyse? Premium

Die Futteranalyse und Rationsberechnung in den USA ist anders als in Deutschland – und verspricht mehr Milch. Das macht deutsche Landwirte und Firmen hellhörig. top agrar analysiert die Unterschiede.

Als Holger Meier aus Niedersachsen von einer USA-Reise zurückkehrte, ging ihm eine Frage nicht aus dem Kopf: Warum schaffen einige amerikanische Betriebe mit ähnlichen Standortbedingungen und Futtermitteln wie wir einen Herdenschnitt von 45 kg Milch – wir aber nicht?

Vor allem das gierige Fressen und die hohe Futteraufnahme der Kühe sind ihm in Erinnerung geblieben. „Das spricht für eine exakt ausbalancierte Ration und hohe Verdaulichkeit des Futters“, sagt der Landwirt aus Kirchlinteln.

Was ist CNCPS?

In den USA gibt es mehrere Systeme zur Rationsberechnung. Die Grundlage von zwei etablierten Programmen bildet das Cornell Net Carbohydrate and Protein System CNCPS (aktuelle Version: 6.55). Es stammt von der Universität Cornell. Einige deutsche Pioniere schicken seit Jahren Futterproben zur Analyse und Rationsberechnung in die USA. Ganz neu bietet auch mindestens ein deutsches Labor Futteranalyse-Daten zur Rationsberechnung nach CNCPS an. Warum?

CNCPS ist ein semi-dynamisches Bewertungssystem. Es geht nicht nur um die reinen Nährstoffgehalte, sondern vor allem um die Verfügbarkeit im Verdauungstrakt – also die Dynamik der Verdauung. Es berechnet die Verfügbarkeit der Futternährstoffe für die Kuh in Abhängigkeit der Passagerate (Durchgangszeit im Tier in Prozent pro Stunde). Die Nährstoff-Verfügbarkeit hängt von der Verdaulichkeit des Futters (z.B. NDF-Verdaulichkeit), dem Tier (Rasse, Alter, Laktationsstand) und Umweltfaktoren (Futtertisch, Temperatur) ab. Dazu ist eine umfangreiche Datenerfassung nötig. Computerprogramme wie NDS professional und AMTS.Cattle.Pro. verrechnen alle Informationen. Sie liefern auf Basis der betrieblichen Futtermittel und Bedingungen die bestmögliche Futter-ration: Keine Über- oder Unterversorgung der Herde, maximale Milchleistung, höchste Futtereffizienz. „So füttern die Landwirte von Anfang an die beste Ration. Bei vielen deutschen Excel-Programmen können sich die geschätzte und tatsächliche Milchleistung dagegen um 3 Liter pro Kuh und Tag unterscheiden“, erklärt Nils Landwehr vom InnovationsTeam Christiane Brandes.

Deutsches Labor:

Landwehr hat bei der Gründung von Rock River Laboratory Europe mitgeholfen. Das Labor aus Heiddorf in Mecklenburg-Vorpommern bietet seit November 2016 die für CNCPS 6.55 nötige Futteranalyse an. „Unsere Landwirte produzieren hochwertigere Silagen als ihre US-Kollegen, erreichen aber die Milchleistung nicht. Wir möchten Futter-analyse-Daten liefern, damit sie ihre Tiere leistungsgerechter füttern und die Umwelt schonen können“, sagt Christiane Brandes.

Die Geschäftsführerin analysiert mit mehreren Mitarbeitern das Futter in Deutschland mit der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS). Die Daten werden über das Internet in einer Cloud verrechnet und beim Rock River Laboratory in Watertown (USA) auf Plausibilität geprüft. Auffällige Proben...

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