Milch-Boom in Irland und kein Ende? Premium

Bis 2020 wollte Irland seine Milchmenge verdoppeln, jetzt erreicht die grüne Insel dieses Ziel schon nächstes Jahr. Wie viel mehr Milch kommt noch?

Vollgas nach dem Quoten-Ende: Mit Neueinsteigern, mehr Kühen und höheren Leistungen steigerte Irland die Milchanlieferung bis 2016 um 1,1 Mio. t auf 6,7 Mio. t. Damit kamen knapp 20% der zusätzlichen Milch der EU im letzten Jahr aus Irland.

Das Land hatte sich mit einem nationalen Strategieplan gut vorbereitet (siehe top agrar 7/2014): Bis 2020 sollen die Landwirte 50% mehr Milch produzieren als noch 2007 (von 5 Mio. t auf 7,5 Mio. t). Politik, Vermarktung und Beratung unterstützen die Milcherzeuger beim Aufstocken. Und so erreicht das Land sein Ziel wohl schon vorzeitig: In den ersten acht Monaten von 2017 lieferten die irischen Milcherzeuger bereits 5,6 Mrd. l Milch an, bis Ende des Jahres dürften es 7 Mrd. l sein.

Wie managen die Milcherzeuger die wachsenden Herden und wo stehen die Neueinsteiger? Wohin fließt die zusätzliche Milch?

Größere Herden:

Die Zahl der Milcherzeuger ist seit dem Quoten-Ende relativ konstant und liegt aktuell bei rund 15400. Dabei werden Betriebe mit weniger als 30 Kühen statistisch nicht mehr erfasst. Schätzungen zufolge gibt es insgesamt 18000 Erzeuger.

„Gleichzeitig ist die Zahl der Milchkühe innerhalb von drei Jahren um rund 300000 auf über 1,3 Mio. Tiere gestiegen“, sagt Padraige French von der staatlichen Beratungs- und Forschungsorganisation Teagasc.

Somit werden die Herden größer. Rechnet man Betriebe mit weniger als 30 Kühen heraus, melken die Iren heute im Schnitt 89 Kühe pro Betrieb. 2015 waren es noch 77 Kühe. Knapp die Hälfte der irischen Kühe steht heute in Herden mit über 100 Kühen.

Auch die Milchleistung pro Kuh ist von 5000 auf 5300 l gestiegen. Gleichzeitig haben die Inhaltsstoffe deutlich zugelegt. Umgerechnet in Milchfeststoffe, wonach die irischen Erzeuger bezahlt werden, stieg die Leistung von durchschnittlich 370 kg auf 415 kg.

Export-Spezialisten:

Insgesamt 85% der irischen Milch fließt ins Ausland.

Die Vermarkter haben in den letzten Jahren ihre Kapazitäten erweitert. Beispiel Dairygold: Die größte Molkerei-Genossenschaft der grünen Insel hat 2900 Lieferanten und verarbeitet 1,3 Mrd. l Milch. Im Jahr 2012 gaben die Mitglieder an, zukünftig 60% mehr Milch melken zu wollen. Die Molkerei investierte unter anderem 86 Mio. € in eine Milchpulver-Anlage.

Jetzt sind die Unternehmen auf die Milchmengen angewiesen. Deshalb...

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