Mit Kreuzungskühen die Probleme lösen?

Mit Einkreuzungen lassen sich Fruchtbarkeit und Abkalbeeigenschaften der Holsteins verbessern. Das zeigen neue Kreuzungsversuche. In 20 Jahren werden die meisten Kühe Kreuzungstiere sein.? Mit dieser provokanten These sorgt Professor Les Hansen, der amerikanische ?Kreuzungspapst?, auch in deutschen Züchterkreisen mächtig für Wirbel. Denn mit dieser Botschaft und den Ergebnissen seines Kreuzungsversuchs trifft der amerikanische Wissenschaftler von der Universität Minnesota einen wunden Punkt der Holsteinzucht schlechthin! Zu einseitig auf Schärfe selektiert Mangelnde Fruchtbarkeit sowie Euter- und Klauenerkrankungen führen dazu, dass die Kühe mittlerweile immer früher abgehen und oft nur noch drei Laktationen durchhalten. Bei Remontierungsraten von bis zu 45 % suchen viele Züchter händeringend nach der problemlosen Holsteinkuh. ?Wir haben bei den Holsteins in den letzten 20 Jahren zu einseitig auf Leistung, Großrahmigkeit und Schärfe selektiert. Dadurch wurden die Fruchtbarkeit sowie die Gesundheit der Tiere negativ beeinflusst?, erklärt Hansen. Hinzu komme der hohe Inzuchtgrad in der Population: ?Die weltweite Holstein-Population geht mittlerweile auf nur noch sieben Bullenlinien zurück. Da werden die funktionalen Merkmale unweigerlich schlechter?, berichtet Les Hansen. In der amerikanischen Holsteinpopulation ist der Inzuchtgrad von 2,5 % im Jahr 1990 auf 5,1 % im Jahr 2005 gestiegen. Ab einem Wert von 6,25 % sind deutlich negative Auswirkungen auf die funktionalen Merkmale zu erwarten. ?Bei einem durchschnittlichen Inzuchtgrad von 5,1 % kann man also davon ausgehen, dass viele Kühe bereits über 6,25 % liegen?, warnt Hansen. Und in Europa sähe es nicht viel anders aus. Nicht zuletzt führt Les Hansen Schwächen im Management als Ursache für die hohen Abgangsraten an: Mängel im Abkalbemanagement sowie in der Fütterung und Haltung. Auf Funktionalität züchten Die weltweite Holsteinzucht hat zwar mittlerweile auf die gravierenden Probleme in den Betrieben durch die Ausrichtung der Zuchtprogramme auf mehr Funktionalität und Gesundheitsmerkmale reagiert, aber bis sich die ersten Ergebnisse daraus in der Genetik bemerkbar machen, dauert es noch etwas. Kein Wunder also, dass betroffene Betriebsleiter und Zuchtorganisationen aufhorchen, wenn wieder einmal von den Erfolgen einer gezielten Einkreuzung mit anderen Rassen berichtet wird. Denn durch den Heterosiseffekt können die Gesundheitsmerkmale der Holsteins schon nach einer Generation deutlich verbessert werden. Generell geht man bei der Milchleistung von einem Heterosiseffekt von ca. 5 % aus, bei den Gesundheitsmerkmalen und bei der Fruchtbarkeit sogar von mindestens 10 %! Was passiert nach der 1. Generation? Gebrauchskreuzungen sind in Amerika und in Europa nichts Neues. Einkreuzungen mit den Rassen Jersey und Brown Swiss werden auf vielen Betrieben immer wieder unternommen, z. B. um die Inhaltsstoffe zu erhöhen. Im großen Stil konnten sie sich aber bisher nicht durchsetzen. Dr. Paul Van Raden vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium schätzt, dass in Amerika der Prozentsatz der Kreuzungstiere in der Milchleistungsprüfung nur etwa 1,1 % ausmacht. Da jedoch weniger als 50 % aller amerikanischen Milchviehbetriebe in...

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