Partnerschaft mit dem Einzelhandel Plus

Maik und Frank Euteneuer vermarkten ihre Biofleischrinder über eine Erzeugergemeinschaft direkt an den Einzelhandel. Es besteht ein enger Austausch über Preissetzung und Vermarktungsstrategien.

Vor 30 Jahren wurden wir belächelt“, erinnert sich Frank Euteneuer aus Wissen (Rheinland-Pfalz) zurück. Seine Eltern schafften damals die Milchkühe ab. Den Kuhstall bauten sie zu einer Jugendherberge um und entschieden sich, zusätzlich Mutterkühe zu halten. Obwohl so mancher Berufskollege die Umstrukturierung kritisch beäugte, zeigt sich heute, dass der Hof Hagdorn, so lautet der Hofname von Familie Euteneuer, damals den richtigen Weg eingeschlagen hat: „Wir sind einer der wenigen Betriebe, die hier in der Region noch übrig sind“, beschreibt der 46-Jährige.

„Inzwischen haben wir fünf verschiedene Standbeine“, erklärt sein jüngerer Bruder Maik Euteneuer: „Land- und Forstwirtschaft, Bauernhofgastronomie, Lernort Bauernhof mit Grill- und Erlebnisplätzen, Ferienwohnungen und Photovoltaik.“ Die Jugendherberge, mit der einst das Standbein Tourismus begann, gibt es nicht mehr (siehe „Immer neue Ideen“, Seite R11).

Zwei Brüder, ein Betrieb

Frank und Maik Euteneuer bewirtschaften den Hof Hagdorn gemeinsam in Form einer GbR. Die Arbeit stemmen sie vorwiegend mit Familienarbeitskräften. „Lediglich in der Ernte und in der Gastronomie greifen wir auf Aushilfen zurück“, erklären sie.

„Wir haben beide keine klassische landwirtschaftliche Lehre gemacht“, beschreibt Maik Euteneuer den Werdegang. Er ist 42 Jahre alt, gelernter Forstwirt und hat anschließend seine Prüfung zum Betriebswirt absolviert. Er führt den Betrieb hauptberuflich. Sein Bruder Frank ist gelernter Heizungsbauer und ist als solcher selbstständig tätig. „Ich helfe bei Bauprojekten, in der Außenwirtschaft und während der Ernte“, erklärt er. Strategische Entscheidungen treffen die Brüder gemeinsam.

Rund 75 Mutterkühe der Rasse Limousin und Fleckvieh sowie verschiedene Kreuzungen zählen zum Tierbestand des Hofes Hagdorn. Zusätzlich zu den Mutterkühen gehören 120 Mastbullen, 35 Hühner, drei Esel sowie ein Streichelzoo mit Ziegen, Schafen, Enten, Gänsen, Wachteln und Kaninchen zum Betrieb.

Drei Betriebsstandorte

Inzwischen bewirtschaften sie rund 200 ha. Darunter 35 ha Ackerland für den Anbau von Triticale, Hafer, Acker- und Kleegras. Seit 2012 ist der Betrieb Euteneuer EU-Biobetrieb, seit 2013 gehören sie dem Bioland-Anbauverband an.

„Die Rinder sind im Winter auf drei Betriebsstandorten untergebracht“, erklärt der gelernte Forstwirt. Die Tiere kalben das ganze Jahr über ab. Zurzeit laufen drei...

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