Passt die Kombihaltung in die Haltungsform 2Darum gehts: Bei der Kombinationshaltung müssen Anbindehalter ihren Kühen an mindestens 120 Tagen Weidegang gewähren. Dann könnten sie sich QM+ zertifizieren lassen und Milch für Haltungsform 2 produzieren. Ist es richtig, Milch aus Kombinationshaltung mit Milch aus Boxenlaufställen in einer Stufe zu vermarkten?

Kontra

Ja, es ist richtig Milch aus Kombinationshaltung mit Milch aus Boxenlaufställen in einer Stufe zu vermarkten. Denn die Milch aus Kombinationshaltung bietet im Vergleich zum gesetzlichen Standard ein großes Plus an Tierwohl. Nach Aussage des Lebensmitteleinzelhandels soll die Haltungsformstufe 1 den gesetzlichen Standard abbilden. Alles, was Landwirte darüber hinaus in Tierwohlmaßnahmen investieren, soll honoriert und anerkannt werden. Das ist auch notwendig, denn oft haben kleinere Betriebe aufgrund erschwerter Standortbedingungen und hoher baurechtlicher Vorgaben kaum die Möglichkeit, einen Laufstall in den Außenbereich auf die grüne Wiese zu bauen. Auch wirtschaftlich ist der Bau eines neuen Stalls für viele Betriebe nicht darstellbar. Schon die Investition in zusätzliche Tierwohlmaßnahmen wie einen Laufhof oder eine Massagebürste ist für kleinstrukturierte Betriebe mit Kombinationshaltung, deutlich kostenintensiver als für größere Betriebe. Das verdeutlichen die neuesten Berechnungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Hinter dem Begriff „Kombinationshaltung“ steht eine Tierhaltung, die ein Mehr an Tierwohl in Form von Bewegung bietet – oft mit Außenklima und Weide. Sie ist traditionell überwiegend in Süddeutschland verortet und findet in der Gesellschaft vor Ort Akzeptanz. Auch Touristen nehmen die Haltungsform positiv wahr, da die Betriebe mit ihren Kühen die Kulturlandschaft prägen und Almen erhalten.

Starke Mensch-Tier-Beziehung

Die Kombihaltung ist eine Symbiose zwischen Sozial- (Mensch) und Tierwohl (Kuh). Im Rahmen der oft wenigen Möglichkeiten können familiengeführte Milchviehbetriebe erhalten und das Tierwohl gesteigert werden. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist bei der Kombihaltung sehr intensiv. Das wird insbesondere beim täglichen Weidegang deutlich. Die 120-Tage-Regelung ist sinnvoll, da in vielen Regionen die Vegetation nicht mehr Weidegang zu lässt. Eine Verlängerung hätte zur Folge, dass...

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