Rindergrippe strategisch bekämpfen Premium

I n der kalten Jahreszeit hat die Rindergrippe Saison .Jetzt stellt sie neben den Durchfallerkrankungen die wichtigste Ursache für Kälberverluste dar.Beide Erkrankungen können zu Verlustraten von 12 15%führen.In manchen ostdeutschen Betrieben wird sogar über Kälberverluste bis zu 25%berichtet. Unberücksichtigt sind dabei Leistungseinbußen,die als Spätfolgen auftreten: Häufig treten eine mangelhafte Gewichtsentwicklung und Kümmern sowie verminderte Fruchtbarkeit und geringere Milchleistung auf. Viele Wege führen zur Grippe Zur Erkrankung tragen immer mehrere Faktoren bei.Viren und Bakterien werden als infektiöse Ursachen den Mängeln in der Tierhaltung und demStallklima gegenüber gestellt. Besonders im Spätwinter,wenn der Infektionsdruck im Stall steigt,ist das Risiko für die Grippe erhöht (saisonale Grippe).Während des ganzen Jahres sind Betriebe betroffen,die Kälber aus verschiedenen Herkünften zukaufen und die Tiere direkt in die Herde integrieren. Schon mit dem Transport sind Aufregung und Angst verbunden,die das Immunsystem der Tiere schwächen.Im neuen Stall herrscht außerdem ein völlig neues Erregerspektrum,das die Abwehrmechanismen zusätzlich fordert. Bei schlechten Haltungs-,Klima-,und Hygienebedingungen ist die Grippe vorprogrammiert. Besonders ungünstig wirken sich warme Stallungen mit hoher Luftfeuchte und Zugluft aus.Oft ist auch der Luftaustausch im Stall zu schlecht und die Schadstoffbelastung zu hoch.Hohe Belastun-gen der Atemluft mit Ammoniak,Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff schwächen aber die Abwehrmechanismen der oberen Atemwege und Krankheitserreger haben freie Bahn. Viren ebnen den Bakterien den Weg Mehr als 20 verschiedene Virusarten können am klassischen Rindergrippekomplex beteiligt sein.Häufig liegen Infektionen mit mehreren Erregern vor.Zu den wichtigsten Vertretern gehören das Parainfluenzavirus sowie Adeno-,Rheound Rhinoviren.Eine gewisse Sonderstellung nehmen das BRSV-Virus,das BVDVirus,und der Erreger der IBR (BHV-1) ein,da sie zu selbständigen Krankheitsbildern führen können,ohne dass weitere Faktoren beteiligt sein müssen. Die wichtigsten bakteriellen Erreger sind Pasteurellen,Mykoplasmen und Haemophilus somnus.Im Rindergrippekomplex spielt Pasteurella haemolytica, die führende Rolle. Die Untersuchung von rund 20 000 Nasentupferproben aus den Jahren 1993 bis 1996 am Tiergesundheitsamt der Landwirtschaftskammer Hannover ergibt folgende Häufigkeitsverteilung der Erreger: Pasteurella haemolytica wurde mit 17,3 % am häufigsten nachgewiesen,gefolgt von BRS-Virus mit 15,1 %.Deutlich seltener tauchten Pasteurella multocida...

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