Shredlage in der Milchkuhfütterung - ohne Stroh? Premium

Die optimale Häcksellänge und damit der Einsatz von Maissilage als Shredlage wird nach wie vor intensiv diskutiert.

Die optimale Häcksellänge und damit der Einsatz von Maissilage als Shredlage wird nach wie vor intensiv diskutiert. Wie sich die Verfütterung von Mais-Shredlage im Vergleich mit konventionell gehäckselter Maissilage und damit unterschiedliche Häcksellängen auf Futteraufnahme, Milchleistung, Pansengesundheit, Wiederkau- und Besuchsverhalten am Melkroboter bei Milchkühen in der Frühlaktation aus, sollte in einem Fütterungsversuch mit drei Versuchsvarianten in der AMS-Herde des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, getestet werden. Darüber hinaus wurde auch die Verdichtung der Silagevarianten unter die Lupe genommen. Thomas Bonsels und Dr. Gerhard Quanz erläutern die Ergebnisse und geben Tipps zum Einsatz von Shredlage in der Milchkuhfütterung. Wie unterscheiden sich die Varianten? In der Erntesaison 2015 wurde die für den im dritten und vierten Quartal vorgesehenen Fütterungsversuch benötigte Maissilage siliert. Dabei wurden je Schlag abwechselnd eine Reihe „Konventionell“ und eine Reihe „Shredlage“ gehäckselt und in separaten Fahrsilos einsiliert. Die eingesetzten Häcksler wurden in Zusammenarbeit mit der Firma CLAAS und dem Lohnunternehmer nach Herstellerangaben eingestellt.   Diese Grafik zeigt die Anteile der Siebfraktionen der Futterschüttelbox der beiden Maissilage-Varianten „Konventionell“ mit Æ 7 mm und „Shredlage“ mit Æ 26,5 mm theoretischer Häcksellänge. Deutlich wird der mit 10 – 15 % höhere Anteil an längeren und gröberen Bestandteilen im Obersieb gegenüber der konventionellen Variante. Auffallend war trotz des hohen Trockenmassegehaltes der Silage eine hervorragende Kornzerkleinerung bis zur Mehlform - in beiden Varianten! Lagerdichte nicht zufriedenstellend Für eine erste Einschätzung zum Futterwert für die Rationsplanung wurde im noch ungeöffneten Fahrsilo mit dem „Siloboy“ mittels einer Entnahmelanze (42 mm Durchmesser) über die gesamte Silohöhe eine Silageprobe entnommen. Die ermittelte Lagerdichte der Shredlage betrug Æ 155 kg Trockenmasse (TM)/Kubikmeter (m3) und damit deutlich unter den Praxisempfehlungen. Verdichtet wurde mit einem CLAAS Xerion mit knapp 16 to Gesamtgewicht. Um die Lagerdichte der unterschiedlichen Materialien detaillierter beurteilen zu können, wurde im Laufe der Versuchsperiode zu drei weiteren Terminen an definierten Punkten eine Dichtemessung der Maissilagen vorgenommen. Hier wurde der kritische „obere Bereich“ untersucht. Gemessen wurde an drei Punkten „oben Links“, „Mitte“ und „oben Rechts“, jeweils 50 cm von der Silowand und 50 cm unterhalb der Oberkante der Anschnittfläche mit einem Bohrstock (70 mm Durchmesser) bei einer Bohrlochtiefe von 55-60 cm. Erfasst wurde jeweils das Frischgewicht der entnommenen Menge, die Bohrlochtiefe und die Temperatur der Silage.   Die Grafik zeigt die gemessene Lagerdichte im Versuchszeitraum im Vergleich zu den für die Praxis empfohlenen Werten. Neben dem schon zu gering verdichteten „Keil“ erreichten auch die folgenden Messungen mit Æ 207 kg TM/m3 nur knapp 68 % der angestrebten Verdichtungsleistung. Allerdings lag auch die konventionelle Maissilage mit Æ 231 kg TM/m3 bei nur knapp 73 % der angestrebten Verdichtung. Insgesamt bleibt, gerade im kritischen oberen Bereich der Silage, eine Minderleistung in der Verdichtung der Shredlage von etwa 3-6 Prozent gegenüber der konventionellen Variante. Der Temperaturverlauf. Hier wurde zusätzlich zu den drei Messstellen auch die „Kerntemperatur“ mit erfasst. Gemessen wurde mit einer 100 cm langen Temperaturlanze. Die Kerntemperatur lag in beiden Varianten bei knapp 20-21 0C. Auch die Temperaturen der drei weiteren Messstellen differieren  nur gering, liegen aber im Grenzbereich zur Nacherwärmung. Von einer Nacherwärmung wird dann gesprochen, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Kern- und Randbereich 5 0C  überschreitet. In allen drei Versuchsphasen wurde allerdings ein Entnahmevorschub von Æ 31 cm/Tag (2,2 Meter/Woche) erreicht, der sich hier entsprechend positiv ausgewirkt hat. Gärparameter und Futterwert Die Gärparameter beider Silagen (Übersicht unten) zeigen keine Auffälligkeiten. Tendenziell weist die Shredlage einen höheren NH3-N-Gehalt und pH-Wert auf, die aber beide als unkritisch zu einzustufen sind.   Hinsichtlich des Futterwertes (Übersicht) zeigen beide Varianten naturgemäß keine bzw. nur geringe Unterschiede. Der hohe TM-Gehalt war einem Wetterereignis geschuldet, das die Ernte um eine Woche verzögerte. Die Stärkegehalte liegen mit 35 % ebenso wie die Faser-und Energiegehalte auf einem guten Niveau. Versuchdesign Die drei Versuchsphasen (Übersicht) unterschieden sich in der Ergänzung der Teil-Misch-Ration, die für ...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Paris Glyphosat Politik erntet Proteste

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen