Roboter verschwenden 800 € Spülmittel pro Jahr Premium

Viele Melkroboter-Betriebe klagen über hohe Verbräuche von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Was dagegen zu tun ist, zeigt eine Praxiserhebung von Thomas Bonsels und Heino Schmitz vom LLH Hessen.

Die ersten Praxisergebnisse aus Hessen haben die MelkroboterBranche 2012 aufgeschreckt: Der Verbrauch an Reinigungs- und Desinfektionsmitteln schwankte innerhalb der Fabrikate stark. Besonders dramatisch: Die meisten Anlagen erreichten die nötige Desinfektionsmittel-Konzentration von 500 bis 700 ppm nicht (vgl. top agrar 11/2012).

Die Hersteller und Landwirte hatten somit einen klaren Auftrag: Die Melkroboter-Firmen mussten die technischen Schwachstellen merzen, die Landwirte das Controlling ihrer Anlagen verbessern.

33 Betriebe durchleuchtet:

Doch haben sie das gemacht? Um das zu prüfen, haben wir 2016/2017 erneut 33 Betrieben mit insgesamt 46 Melkboxen untersucht. Vertreten war Lely mit je fünf A3- bzw. A4-Betrieben (bis 2015), DeLaval mit neun VMS-Betrieben (2006 bis 2016), GEA mit sechs MiOneBetrieben (2012 bis 2015), Happel mit fünf Betrieben (2013 bis 2016) und Lemmer-Fullwood mit drei Merlin-Betrieben (2013 bis 2015). Der Erhebungszeitraum betrug im Schnitt ca. sieben Tage.

Je nach Fabrikat sind die Behälter für die Reinigungs- und Desinfektionsmittel innerhalb oder außerhalb der Maschine montiert. Farblich unterschiedliche Schläuche für das jeweilige Mittel sollen ein Verwechseln verhindern.

In der Regel reinigen die Anlagen im Verhältnis 2:1, d.h. zweimal alkalisch und einmal sauer. Die Melkzeugzwischendesinfektion läuft bei DeLaval werksseitig ausschließlich mit Wasser im Backflash. Optional haben in Hessen die meisten Anlagen eine Peressigsäure-Dosierung nachgerüstet. Allerdings erlischt damit nach Angaben des Herstellers die CE-Konformität. Die Anlagen von GEA sind serienmäßig mit einer Peressigsäure-Melkzeugzwischendesinfektion ausgestattet. Lely nutzt zur Desinfektion der Euterreinigungsbürsten das Produkt Astri-L, ebenfalls mit Wasser verdünnt. Die Ergebnisse:

Geld verschenkt.

Meist dosieren zeitgesteuerte Schlauchpumpen die Verbrauchsmittel. Übersicht 1 zeigt die Mengen an alkalischem und saurem Reinigungsmittel je Hauptreinigung.Auffällig sind wieder die großen Spannen innerhalb der Fabrikate. Das kostet Geld. Beispielsweise liegen zwischen dem Soll- und dem Maximalwert bei einem Lely A3 (63 Kühe, Ø 2,7 Melkungen, drei Hauptreinigungen/Tag) knapp 800 € pro Jahr! Die Mehraufwendungen setzen sich zusammen aus 158 € für das alkalische Mittel, 81 € für das saure Mittel und 577 € für die Bürstendesinfektion. Dabei ist...

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