Schmallenberg-Virus: Fallzahlen steigen rasant Premium

Bundesweit sind mittlerweile über 470 Tiere mit dem neuen Virus infiziert. Über den aktuellen Sachstand und wie Sie Ihren Bestand schützen können, informiert das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems.*

Seit Anfang Januar überschlagen sich die Meldungen: Fast täglich wird das neue Schmallenberg-Virus in weiteren Betrieben im Bundesgebiet, aber auch in den Nachbarländern, nachgewiesen. Mittlerweile wurden bundesweit über 470 Fälle registriert (s. Karte). In den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien sind die Zahlen zwar noch deutlich geringer, steigen aber ebenfalls kontinuierlich an.

Bisher wurde das neue Virus vor allem bei missgebildet oder lebensschwach geborenen Lämmern nachgewiesen. Aber auch Ziegen und Rinder können sich infizieren. Der erste Nachweis des Virus im November 2011 erfolgte denn auch bei Rindern. Da sie aus dem Raum Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen stammten, wurde das Virus vorläufig „Schmallenberg-Virus“ genannt.

Virus aus Asien und Afrika:

Die Suche nach dem Übeltäter war jedoch nicht einfach. Als das Friedrich-Loeffler-Institut im Sommer 2011 erstmals von diesen Symptomen bei Milchrindern in Nordrhein-Westfalen informiert wurde, lag der Verdacht auf ein Wiederaufflammen der Blauzungenkrankheit nahe. Dieser Verdacht hat sich jedoch nicht bestätigt. Ebenso konnten MKS, BVD, BHV-1 sowie andere Viruskrankheiten rasch als Ursache ausgeschlossen werden. Mit der so genannten Metagenom-Analyse wurden schließlich Spuren eines mit den Orthobunyaviren verwandten Erregers gefunden. Mittlerweile erfolgt der routinemäßige Nachweis des Erregers mit der so genannten real-time PCR-Methode. Ein massentauglicher Schnelltest (Antikörper-Elisa) wird derzeit entwickelt.

Das identifizierte Virus gehört zu den so genannten Orthobunyaviren, die auch bei Wiederkäuern in Asien, Afrika und Australien vorkommen. Sie werden durch blutsaugende Insekten wie etwa Stechmücken oder Gnitzen übertragen. Welches Insekt das Virus in Europa verbreitet, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Ein Gesundheitsrisiko für den ...

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