Schnipp, schnapp, Hörner ab Plus

Mittels Geneditierung können Forscher die DNA von Rindern gezielt verändern. Verliert die EU in der Zucht den Anschluss?

Die einen sehen ethische Grenzen fallen und lehnen die Methode strikt ab. Für die anderen ist es die Revolution der Züchtung: Geneditierung spaltet die Gemüter. Doch, wie weit vorangeschritten sind diese Techniken überhaupt in der Rinderzucht? top agrar hat nachgefragt.

Präzise Züchtungstechnik

Unter der Geneditierung sammeln sich molekularbiologische Züchtungsmethoden, die gezielt Veränderungen in der DNA, also im Erbgut von Pflanzen und Tieren erzeugen können. Die bekannteste dieser Techniken ist das als Genschere bezeichnete CRISPR/Cas (Clustured regularly interspaced short palindromic repeats/crispr associated).

Forscher können die Genschere in der Rinderzucht einsetzen, weil das Rindergenom vollständig bekannt ist. Dafür programmieren sie diese (vereinfacht) auf einen Zielort im Rindergenom und injizieren sie dann z.B. in eine befruchtete Eizelle. Dort zerschneidet die Technik die DNA an der gewünschten Stelle und erzeugt damit eine Mutation, die das Erbgut verändert.

Wie weit ist die Technologie?

„Weltweit forschen seit Jahren immer mehr Wissenschaftler mit dieser Technik“, sagt Dr. Björn Petersen vom Institut für Nutztiergenetik am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). „Auch in der Rinderzucht“, ergänzt Petersen. So gibt es veröffentlichte Studien zu Kühen, deren Milchzusammensetzung besser für Allergiker geeignet ist sowie über Rinder, die ein stärkeres Muskelwachstum haben oder genetisch hornlos sind.

In der breiten Öffentlichkeit bekannt sind beispielsweise die Forschungsprojekte von Wissenschaftlern der US-Firma Recombinetics: In 2015 erzeugten sie zu Versuchszwecken hornlose Bullen mittels Geneditierung. Ende 2018 präsentierten sie ein Anguskalb, das resistenter gegen Hitze sein soll.

Das kanadische Zuchtunternehmen Semex arbeitet mit Recombinetics zusammen. „Wir befinden uns mit dieser Technologie noch in der Entwicklungsphase“, erklärt Dr. Michael Lohuis, Vizepräsident der Abteilung Forschung und Innovation von Semex in Kanada. Für einen breiten Praxiseinsatz gibt es aktuell aber keine formalen Pläne.

Prof. Henner Simianer, Leiter der Abteilung für Tierzucht und Haustiergenetik an der Uni Göttingen, hält einen Praxiseinsatz in einigen Ländern...

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