So wirken Impfstoffe Premium

Diagnose, Zeitpunkt und Applikation müssen passen, damit Impfungen im Rinderbetrieb richtig wirken. Die wichtigsten Fragen dazu beantworten zwei Experten.

Wirkung

Wie wirken Impfungen?

Impfungen sind mehr als nur „ein kleiner Picks“. Sie greifen in das Immunsystem des geimpften Tieres ein und lösen komplexe Reaktionen im Organismus aus. Zwei Grundprinzipien der Immunprophylaxe lassen sich dabei unterscheiden: Die passive Übertragung von Antikörpern und die aktive Impfung.

  • Passive Immunisierung: Dabei werden dem Körper fertige Abwehrstoffe verabreicht. Meist in Form eines Immunserums, das große Mengen Antikörper enthält. Bevor es Antibiotika gab, spielte die Serumtherapie eine große Rolle. Heute ist sie nur noch in Ausnahmefällen notwendig.

Das Prinzip der passiven Immunisierung kennt jedoch jeder Rinderhalter aus der täglichen Arbeit: Mit dem Erstkolostrum nehmen Kälber von der Mutter gebildete Immunstoffe auf. Mit dieser Übertragung von Antikörpern erhält das neugeborene Kalb einen immunologischen Nestschutz. Ohne diesen wäre es Erregern schutzlos ausgesetzt, bis es selbst in der Lage ist, Antikörper zu bilden. Die Fähigkeit, Antikörper zu bilden, setzt beim Rind in den ersten Lebenswochen ein und ist mit etwa drei Monaten ausgeprägt.

  • Aktive Impfung: Auf der Fähigkeit, Antikörper zu bilden, beruht die aktive Impfung. Sie stellt heute das Grundprinzip der meisten Impfungen dar.

Aktiver Impfstoff

Wie funktionieren Lebend- und Totimpfstoffe?

Bei der aktiven Impfung wird der Körper mit etwas bekannt gemacht, das sein Immunsystem noch nicht kennt, aber kennen sollte. Die aktive Impfung macht sich das immunologische Gedächtnis zu Nutze: die Impfstoffe sind meist Krankheitserreger. Auch von Bakterien gebildete Giftstoffe können Bestandteil von Impfstoffen sein, wie z.B. bei der Tetanusimpfung. Die aktive Impfung regt den Körper an, sein Immunsystem einzuschalten und Abwehrstoffe selbst zu bilden. Abwehrstoffe sind Zelllinien von Immunzellen und Antikörpern.

So gebildete Abwehrzellen erkennen Erreger, mit denen sie schon einmal zu tun hatten, an den Oberflächenmolekülen wieder. Diese Gedächtniszellen sorgen dafür, dass ein wiederholtes Eindringen desselben Erregers zu einer schnelleren und wirksameren Immunantwort führt.

  • Werden mit einem Impfstoff wenig krankmachende oder abgeschwächte lebende Erreger appliziert, die sich im Körper vermehren und die Abwehrreaktion auslösen, nennt man diese Lebendimpfstoffe. Sie sind in der Regel gut wirksam und einige können mit einer einmaligen Impfung eine lange schützende Immunität hervorrufen.13

  • Handelt es sich dagegen um abgetötete Erreger oder Teile davon, spricht man von inaktivierten Impfstoffen. Diese sind meist mit immunstimulierenden Hilfsstoffen, den Adjuvantien, ergänzt. Günstig ist, dass sich diese Impfstoffe nicht im Körper vermehren, sie ...

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