Von der Milch zum Edelfleisch

Der schrittweise Ausstieg aus der Milchviehhaltung soll für Familie Feldmann nicht das Ende der Tierhaltung bedeuten. Seit rund sechs Jahren arbeiten sie am Aufbau einer Wagyuherde.

Kreislauflandwirtschaft ohne Tierhaltung funktioniert für mich nicht“, sagt Udo Feldmann. Der Landwirt bewirtschaftet rund 1100 ha Acker- und 200 ha Grünland in Groß Wokern (Mecklenburg-Vorpommern). Als im Jahr 2015 zur Milchkrise hin feststand, dass die damals 400 Kopf starke Milchviehherde wegen notwendiger Investitionen im siebenstelligen Bereich kein Zukunftskonzept für den Betrieb ist, mussten tierische Alternativen her. „Genug Stallflächen und Grünland waren unsere Grundausstattung“, sagt Andrea Feldmann. Das wollte die Familie nutzen.

Ein Weg, den viele in der Region eingeschlagen haben, ist die Mutterkuhhaltung, vorrangig mit Charolais-Tieren zur Absetzerproduktion. „Damit hätten wir aber nur wieder ein Standardprodukt für den bestehenden Markt produziert“, sagt sie. So fiel die Wahl auf das kostspielige Investment der Wagyuzucht.

Wagyus statt Schwarzbunte

Im Gründungsjahr der Idee waren reine Wagyurinder in Deutschland deutlich rarer als aktuell. „Damals musste man durchweg fünfstellige Beträge für gute Genetik zahlen“, sagt Udo Feldmann.

Um die Fullblood-Herde aufzubauen, investieren sie daher zusätzlich zu Mutterkühen auch in Embryonen, die sie von einigen Rindern der Milchkuhherde austragen lassen. Zudem setzen sie auch auf männliche Kreuzungstiere, sogenannte F1-Wagyus aus Ammenkühen durch Deckbulleneinsatz. Einige reinrassige Tiere und Embryonen vermarkten Feldmanns mittlerweile wiederum erfolgreich an andere Züchter. Das bringt einen schnelleren Kapitalrückfluss als die reine Direktvermarktung.

Während die Milchviehherde derweil auf rund 250 Tiere geschrumpft ist – Tendenz sinkend – stehen aktuell rund 110 reine und 90 Kreuzungswagyus auf dem Betrieb.

Kreuzungen und Kälber aus Embryonentransfer ziehen Holsteinkühe in Ammenkuhhaltung auf. „Jedes...

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