Was die Gene verraten Plus

Fast alle heimischen Zuchtorganisationen und internationalen Spermaimporteure bieten inzwischen die Genotypisierung der eigenen Rinder an. Dadurch lassen sich gezielte Management-Entscheidungen treffen und Kosten sparen.

Die Herdentypisierung entwickelt sich immer mehr zu einem unverzichtbaren Teil im Betriebsmanagement. Inzwischen nutzen deutschlandweit bereits 1600 Betriebe die Herdentypisierung, das entspricht 15,3% aller Holsteinkühe im Herdbuch. Die Gründe für die Herdentypisierung liegen auf der Hand: Futterknappheit, Nährstoffbilanzen, steigende Stall- und Flächenkosten erfordern eine immer effektivere und zielgerichtetere Jungviehaufzucht. Mit der Typisierung können individuell betriebliche und betriebswirtschaftliche Strategien mit den genetischen Zielen kombiniert werden.

Qualität der Anpaarung verbessern

Die genomische Zuchtwertschätzung hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland etabliert. Der Anteil der Erstbesamungen mit genomischen Bullen liegt derzeit bei ca. 80%. Genomische Zuchtwerte haben im Vergleich zum Pedigree-Zuchtwert eine deutlich höhere Sicherheit (ca. 70% vs. 24%). Dadurch hat der Zuchtfortschritt auf Seite der Bullen gewaltig an Fahrt aufgenommen. Mit Herdentypisierungen ist dies nun auch auf der weiblichen Seite möglich. Dadurch verbessert sich auch die Qualität der Anpaarung:

  • Paart man ein Jungrind mit Pedigreezuchtwert (24% Sicherheit) an einen töchtergeprüften Bullen (97%) bzw. einen Genomischen Jungvererber (69%) an, so liegt die Sicherheit der Anpaarung nur bei 30% bzw. 23%.
  • Liegen vom Jungrind Typisierungsergebnisse und damit Sicherheiten von 69% vor, so steigen die Sicherheiten der Anpaarung auf 42% mit einem geprüften Bullen bzw. 35% mit einem Genombullen.

Warum typisieren?

Der Zuchtfortschritt ist aber nur ein Vorteil, der mit Typisierungen erreicht werden kann. Für die meisten Milchkuhhalter ist der praktische Nutzen noch wichtiger. Denn mit Herdentypisierungen können fundierte Management-Entscheidungen getroffen werden:

  • Welche Kälber ziehe ich auf, welche kann ich verkaufen?
  • Welche Jungrinder belege ich mit gesextem Sperma?
  • Welche Tiere eignen sich als Spender-, bzw. als Empfängertiere bei Embryotransfer(ET)/Invitro-Fertilisation (IVF)?
  • Welche Kühe besame ich mit einem Fleischrassebullen?
  • Wie entwickelt sich meine Herde in den mir wichtigen Merkmalen?

So läuft die Typisierung ab

Meist wird ein Vertrag mit der Zuchtorganisation abgeschlossen. Hier werden Konditionen, wie z.B. welcher Anteil Vererber der Zuchtorganisation eingesetzt werden muss, ein Vorkaufsrecht für hochgeschätzte Jungrinder oder die Vertragslaufzeit festgelegt. Davon abhängig sind die Kosten pro Typisierung. Diese liegen bei 22 bis 49 € je Tier.

Viele Betriebe beginnen mit der Typisierung von ca. 11 Monate alten Jungrindern, die dann...

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