Was ist los bei FrieslandCampina?

Das Personalkarussell dreht sich bei der niederländischen Molkereigenossenschaft. Hinzu kommen eine neue Mitgliederfinanzierung, Umstrukturierungen im Unternehmen und zahlreiche Kündigungen von Milchlieferanten.

FrieslandCampina sorgt für Schlagzeilen. Unter anderem mit den Rücktritten von Frans van den Hurk und Erwin Wunnekink. Was war da los?

ter Avest: Anfang September gab Frans van den Hurk seinen Rücktritt als Vorstandsmitglied bekannt. Als Grund nannte er, nicht genug Einfluss ausüben zu können, um die Geschäftspolitik zu ändern. Erwin Wunnekink trat Ende September zurück, obwohl er selbst erst seit Juni im Amt des Vorsitzes war. Wunnekink wollte durch seinen Rücktritt dazu beitragen, dass das Vertrauen in den Genossenschaftsvorstand wiederhergestellt wird.

Was hat zum Misstrauen der Mitglieder geführt?

ter Avest: Grundsätzlich herrscht in unserer Genossenschaft und in der niederländischen Milchviehhaltung Unruhe: Unsicherheit über die Stickstoffmaßnahmen und der gesellschaftliche Druck auf die Milcherzeuger nehmen zu. Zudem sind die Mitglieder enttäuscht, weil es im vergangenen Jahr keine Nachzahlung gab.

Wie geht es jetzt weiter?

ter Avest: Niels den Besten ist ab dem 14. Dezember 2021 zum Vorstandsmitglied bestellt worden. Aufgrund der Rücktritte wurde beschlossen, sein Antrittsdatum vorzuziehen. Er übernimmt schon jetzt einige Aufgaben. Als Vorstandsvorsitz ist Sybren Atema vorgeschlagen, der noch vom Mitgliederrat bestätigt werden muss. Er kennt das Unternehmen und auch den Sektor sehr gut. Sandra Addink-Berendsen bleibt stellvertretende Vorsitzende.

Am 1. Januar 2022 tritt die neue Mitgliederfinanzierung in Kraft. Wie genau funktioniert die?

ter Avest: Ab Januar sind die Mitglieder verpflichtet, für die Milch, die sie an FrieslandCampina liefern, Milchzertifikate zu besitzen. Dadurch wird ein bedeutender Teil des Mitgliederkapitals mit der Anlieferung verknüpft. Außerdem soll sich...

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